Titelaufnahme

Titel
Die Darstellung von GerichtsdolmetscherInnen in den spanischen Medien : Laiendolmetschung als Translationspolitik im spanischen Justitzsystem / vorgelegt von Doris Zörweg
Verfasser/ VerfasserinZörweg, Doris
Begutachter / BegutachterinMonzó Nebot, Esther
ErschienenGraz, 2015
Umfang96 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Spr.
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Spanien / Gericht / Dolmetscher / Zeitung / Berichterstattung
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-93820 Persistent Identifier (URN)
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Die Darstellung von GerichtsdolmetscherInnen in den spanischen Medien [0.9 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In Ermangelung von Untersuchungen die Darstellung von GerichtsdolmetscherInnen in Medienberichten betreffend, befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Darstellung von GerichtsdolmetscherInnen in spanischen Zeitungsartikeln. Durch spezifischen Probleme die auf Basis der gesetzlichen Regelung des Gerichtsdolmetschens in Spanien und mithilfe der, aus der Berufssoziologie stammenden Theorie der internen Schichtung nach Freidson identifiziert wurden, wurde deutlich, dass sich beeidigten DolmetscherInnen (intérpretes jurados) in ihren Bemühungen die alleinige Zuständigkeit für das Gerichtsdolmetschen zu erlangen, anderen Gruppen gegenübersehen. Es handelt sich dabei um die Universitäten, die OIL, die LaiendolmetscherInnen und die verbeamteten oder bei der Justizbehörde angestellten DolmetscherInnen. Ausgehend von der Hypothese, dass in spanischen Zeitungsartikeln nicht zwischen diesen einzelnen Untergruppen unterschieden wird, war es Ziel dieser Arbeit zu untersuchen, wie die derzeit vorherrschende Situation, in der diese Gruppen die Zuständigkeit im Bereich Gerichtsdolmetschen für sich beanspruchen, in den Medien dargestellt wird. Zu diesem Zweck wurden 216 Artikeln aus 10 spanischen Tageszeitungen einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring unterzogen. Die Analyse ergab, dass in 78 % aller Artikel, in denen über das Gerichtsdolmetschen berichtet wird, nicht zwischen den einzelnen Berufsgruppen unterschieden wird, was als Fehlinformation seitens der Medien bezeichnet werden kann. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass das Thema Gerichtsdolmetschen in nur knapp einem Fünftel aller Artikel als Hauptthema behandelt wird, während es in den restlichen Fällen als Neben- beziehungsweise Randthema in Zusammenhang mit Gerichtsverfahren, erwähnt wird. Zudem wird im Vergleich zu positiven oder neutralen Berichten über das Gerichtsdolmetschen, dreimal so häufig über negative Vorfälle berichtet. Die Hypothese wurde dadurch bestätigt.

Zusammenfassung (Englisch)

In the absence of studies concerning the depiction of court interpreters in media reports, the present thesis focuses on how court interpreters are represented in Spanish newspaper articles. Based on specific problems identified on the basis of the legal framework for court interpreting in Spain by drawing upon the sociological theory of internal stratification by Freidson, it became evident that the sworn interpreters (intérpretes jurados) are facing several other groups (universities, the OIL, lay interpreters and employees or civil servants of the judicial administration acting as interpreters) in their struggle to gain exclusive jurisdiction in the field of court interpreting. Starting from the hypothesis that no distinction is made in Spanish newspaper articles between these groups, this paper aims at examining how the current situation of these groups struggling for jurisdiction in the area of court interpreting is presented in the media. To this end, a qualitative content analysis was conducted taking Mayrings model. A total of 216 articles from 10 Spanish daily newspapers were analysed. Results showed that in 78 % of the articles no distinction was made between professional (free-lancer or permanent) and lay interpreters, which can be seen as misinformation by the media. The study also showed that court interpreting was the main topic in only one fifth of the articles, while the remaining articles dealt with aspects of the profession as a secondary or marginal topic in connection with legal proceedings. It also became evident that negative incidents in connection with court interpreting were three times more likely to be mentioned than positive or neutral ones. The hypothesis was therefore confirmed.