Titelaufnahme

Titel
Neuronale Wissensentwicklung in realen und virtuellen Umgebungen : Ähnlichkeiten und Unterschiede / Carina Maria Höfler
Verfasser/ VerfasserinHöfler, Carina Maria
Begutachter / BegutachterinOliveira Wood, Guilherme Maia de
Erschienen2014
Umfang163 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Räumliches Wissen / Neurophysiologie
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-93763 Persistent Identifier (URN)
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Neuronale Wissensentwicklung in realen und virtuellen Umgebungen [7.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Obwohl virtuelle Realitäten einen sehr bedeutsamen Stellenwert in der räumlichen Kognitionsforschung einnehmen, ist der Einfluss dieser computergenerierten Welten auf die neuronale Wissensentwicklung weitgehend unerforscht. Zur Untersuchung der kurz- und langfristigen Wissensrepräsentation explorierten 19 Personen einen zuvor unbekannten Grazer Stadtteil mithilfe eines Fahrrades und 18 weitere Personen das entsprechende virtuelle Modell dieser Umgebung mittels Computertastatur. Unmittelbar nach sowie eine Woche nach dem Wissenserwerb wurden die TeilnehmerInnen während des Abrufes der erworbenen räumlichen Repräsentationen einer fMRT-Messung unterzogen. Die Ergebnisse der Untersuchung weisen auf eine umgebungsspezifische Veränderung der Wissensrepräsentationen hin. Personen, die das virtuelle Modell des Stadtteils erkundeten, wiesen eine Woche nach dem Wissenserwerb eine signifikante Verbesserung auf, erworbenes Wissen über virtuelle Landmarken auf das reale Äquivalent zu transferieren. Personen, die räumliche Repräsentationen des realen Stadtteiles erwarben, verfügten dahingegen über detaillierteres Wissen über die topografische Konfiguration der Umgebung und wiesen eine Woche nach dem Wissenserwerb einen deutlichen Anstieg in ihrer Leistung auf, relative Distanzen zwischen gelernten Landmarken zu schätzen. Die Navigationsmodalität mit der die reale Umgebung erkundet wurde hinterließ neuronale Spuren, die jedoch nur beim Abruf topografischer Repräsentationen unmittelbar nach dem Wissenserwerb aktiv wurden. Diese umgebungsspezifischen Gedächtnisspuren wurden jedoch nicht wie räumlich relevante Repräsentationen in die virtuelle Umgebung übertragen und verschwanden nach einem Zeitraum von einer Woche auch wieder. Des Weiteren konnte eine umgebungsspezifische Involvierung des Gyrus parahippocampalis in die räumliche Gedächtniskonsolidierung in Abhängigkeit von der individuellen Leistungsfähigkeit gefunden werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Although virtual reality holds great importance for spatial cognitive research, the influence of these computer-generated worlds on neuronal knowledge development is largely unexplored. To investigate the short- and long-term knowledge representation 19 subjects explored a previously unknown district of Graz by bike whereas 18 further subjects explored the corresponding virtual model of this environment by computer keyboard. Immediately after as well as one week after the knowledge acquisition the participants underwent a fMRI scan during which they recalled their acquired spatial representations. The results of the research indicate an environment-specific change of the knowledge representations. Participants who explored the virtual model of the district show significant improvements to transfer acquired knowledge about virtual landmarks to the corresponding real ones, one week after the acquisition of that knowledge. On the other hand participants who acquired spatial representations about the real district showed more detailed knowledge about the topographical configuration of the environment and one week after the acquisition of knowledge, displayed a significant improvement in their performance to estimate distances between learned landmarks. The navigation modality of the real environment left neuronal tracks that activated only during the recall of topographical representations immediately after the knowledge acquisition. But unlike spatial relevant representations this environment-specific memory traces had not transferred to virtual environment and disappeared one week after. In addition an environment-specific involvement of the gyrus parahippocampalis in spatial memory consolidation dependent on individual performance was found.