Titelaufnahme

Titel
"Nur durch Begriffe kann man beides voneinander trennen" : zum produktiven Verhältnis von Theorie und Literatur in Yoko Tawadas deutschsprachigem Werk / vorgelegt von Michaela Mayer
Verfasser/ VerfasserinMayer, Michaela
Begutachter / BegutachterinReulecke, Anne-Kathrin
ErschienenGraz, 2015
Umfang100 Bl. : Zsfassung (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Tawada, Yōko / Literatur / Theorie / Tawada, Yōko / Literatur / Theorie / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-93725 Persistent Identifier (URN)
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"Nur durch Begriffe kann man beides voneinander trennen" [1 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In diversen Sekundärtexten zu Yoko Tawada wird erwähnt, dass im Werk der japanischstämmigen Autorin häufig ein enges Verhältnis zwischen Literatur und Theorie besteht. Die hier vorliegende Arbeit setzt sich näher mit dieser These auseinander, wobei v.a. die Frage im Vordergrund steht, ob und inwieweit das Zusammenwirken dieser beiden Faktoren auch die Inhalte beeinflusst, die in den Texten behandelt werden. Anhand von drei Textbeispielen wird hierbei gezeigt, dass Tawada theoretische Überlegungen, literarische Beispiele, wissenschaftliche Quellen und poetische Stilmittel häufig auf eine Art miteinander verschränkt, die es ihr erlaubt, konventionelle Definitionen zu hinterfragen und im Zuge dessen auch verschiedene Dichotomien als Konstrukte zu entlarven. Häufig geht sie dabei von einer kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen sprachlichen Aspekten und Charakteristika aus.Dies wird in der Arbeit zunächst mittels einer Untersuchung der ‚Tübinger Poetik-Vorlesungen‘ demonstriert, welche es erlaubt, sowohl einen ersten Eindruck vom Wechselverhältnis zwischen literarischen und theoretischen Elementen in Tawadas Schaffen zu geben wie auch exemplarisch in ihre Poetologie einzuführen. Wie dies literarisch realisiert ist, wird im darauffolgenden Kapitel durch die Betrachtung der Reiseerzählung ‚U.S. + S.R. Eine Sauna in Fernosteuropa‘ vorgeführt. Hierzu wird der Text zunächst einer Erzähltextanalyse unterzogen und danach hinsichtlich seiner gattungsspezifischen Merkmale analysiert, wodurch v.a. verdeutlicht wird, auf welche Weise Tawada mit diversen literarischen Darstellungskonventionen umgeht und wie sich dies auf die Form und die Inhalte ihrer Erzählung auswirkt. Zu guter Letzt erfolgt noch eine Analyse von ‚Abenteuer der deutschen Grammatik‘, im Zuge welcher gezeigt wird, wie Tawada in diesen (pseudo-)lyrischen Texten eine Art von poetischer Linguistik betreibt, d.h. Literarisches und Theoretisches erneut auf produktive Weise zusammenfließen lässt.

Zusammenfassung (Englisch)

In several publications about Yoko Tawada you can read about an allegedly close relationship between literature and theory in the corpus of her work. This paper takes a closer look at this hypothesis and tries to find out if the link between the two possibly also influences the con-tents of Tawadas texts. This is achieved by analysing three different publications. The results of which show that the author often mixes theoretical thought-exercises, literary examples, scientific research and a sometimes poetic language in order to subvert certain concepts and thoughts about the state of world. Thereby she also deconstructs a number of dichotomic ways of thinking. To achieve that she often starts by taking a critical look at traditional definitions associated with language. In this paper this is first demonstrated through an analysis of Tawadas Tübinger Poetik-Vorlesungen, which on the one hand serves as an exemplary introduction to the nature of the alliance between literature and theory in the authors work and on the other hand reveals some of the most important aspects of Tawadas poetology. The next chapter focuses mainly on the literary execution of the latter. By looking at the short story U.S. + S.R. Eine Sauna in Fern-osteuropa several characteristcs of Tawadas writing are uncovered. This is not just achieved by fabricating a narrative text analysis but also by examing the story in terms of its genre, which is travel literature. This makes it possible to show that Tawada often has a certain way of approaching literary conventions that influences both the form and the plot of her texts. After that the third analysis focuses on Abenteuer der deutschen Grammatik, a publication which consists of a number of pseudo-poetic texts about German grammar. Its a sort of po-etic form of linguistics. This means that the relationship between literarture and theory is par-ticulary close in this example.