Titelaufnahme

Titel
Polytoxikomanie : Neuronale Korrelate von Persönlichkeit, Bindung und Sucht
Verfasser/ VerfasserinTscheschner, Sebastian
Begutachter / BegutachterinUnterrainer, Human
Erschienen2015
Umfang55 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Polytoxikomanie / Neurologie / Polytoxikomanie / Neurologie / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-93541 Persistent Identifier (URN)
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Polytoxikomanie [0.48 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einleitung: Die Erforschung von Sucht und Abhängigkeitsmechanismen scheint ein zentrales Forschungsthema zu werden. Die hier vorliegende Studie beschäftigt sich mit den Auswirkungen langjährigen Drogenkonsums im Hinblick auf die Integrität der weißen Masse und die daraus resultierenden Einschränkungen in Bereichen der Persönlichkeit und der kognitiven Leistungsfähigkeit. Methode: Zu diesem Zweck wurde eine Gruppe von Suchtpatienten (n = 33) mit einer Kontrollgruppe (n = 43) verglichen. Während die Integrität der weißen Masse über ein DTI-Verfahren erfasst wurde, wurden die behavioralen Variablen über ein Papier-Bleistift-Verfahren erhoben. Ergebnisse: Suchtpatienten wiesen eine geringere kognitive Leistungsfähigkeit sowie erhöhte Werte in Persönlichkeitsvariablen auf, die mit Wut, Angst bzw. Trauer assoziiert werden. Bei den verwendeten Bindungsstilen zeigte sich, dass die SG höhere Werte in einem ängstlichen Bindungsstil aufweist als die KG. Einschränkungen in der weißen Masse zeigten sich vor allem in Bereichen des Corpus Callosum sowie des Fasciculus Longitudinalis Inferior. Dies äußerte sich durch eine niedrigere fraktionale Anisotropie (SG < KG) bzw. eine erhöhte radiale Diffusivität (SG > KG) in den entsprechenden Bereichen. Schlussendlich war es möglich die Defizite im FLI mit einem erhöhten ängstlichen Bindungsstil und jene im CC mit Einschränkungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit in Verbindung zu bringen. Diskussion: Die Tatsache, dass langjähriger Drogenkonsum Einschränkungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit zur Folge hat, wurde bereits durch zahlreiche andere Studien propagiert, und konnte weitestgehend bestätigt werden. Der FLI wurde bisher mit einer geringeren Handlungskontrolle in Verbindung gebracht. Inwiefern ein ängstlicher Bindungsstil Einfluss auf diesen Befund hat, kann im Rahmen dieser Studie nicht geklärt werden, ist jedoch eine gute Grundlage für weiterführende Forschungsarbeiten.

Zusammenfassung (Englisch)

Introduction: Addiction and substance dependance seem to be one of the major research fields of the 21st century. This experiment seeks to explain the effects of long-term drug abuse on white matter integrity and on behavioral variables, like personality, styles of attachment or cognitive abilities. Method: Therefore we compared a group of former substance abusers (nPG = 33) and a control group (nCG = 43). While DTI was used to acquire data on white-matter integrity, behavioral variables were obtained by a pen and paper questionnaire. Results: The polydrug-group showed higher scores in a fear-based attachment style, and achieved higher scores in neuroaffective personality variables associated with anger, fear or sadness. In addition the polydrug-group showed impairments regarding cognitive abilities in contrast to the control group. In case of white-matter integrity, impairments were found in areas of the corpus callosum (CC) and the fasciculus longitudinalis inferior (FLI). This was shown through expected values in fractional anisotropy (PG < CG) and radial diffusivity (PG > CG). Additionally we were able to link behavioral data with neurological deficits. Significant correlations were found between intelligence and clusters in the CC and a fear-based attachment style and clusters in the FLI. Discussion: The results shown in this study are mostly compatible with results of prior studies. The significant impact of chronic substance abuse on cognitive abilities were successfully shown in this experiment. As seen in prior studies, the FLI was linked with an impaired action control. The significance of a fear-based attachment style in the context of an impaired action control could not be explained in this paper, but serves as a solid foundation for further research.