Titelaufnahme

Titel
Humor ist, wenn man trotzdem lacht : eine Untersuchung zur Anwendung von Lösungsstrategien für den Umgang mit Humor beim Simultandolmetschen / vorgelegt von Sandra Christina Höhenberger
Verfasser/ VerfasserinHöhenberger, Sandra Christina
Begutachter / BegutachterinGrbić, Nadja
Erschienen2015
Umfang186 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Spr.
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Simultandolmetschen / Humor / Simultandolmetschen / Humor / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-92614 Persistent Identifier (URN)
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Humor ist, wenn man trotzdem lacht [1.51 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Vor dem Hintergrund mangelnder Studien zum Thema Dolmetschen von Humor machte es sich die vorliegende Arbeit zum Ziel, diesen bis dato vernachlässigten Forschungsbereich näher zu untersuchen. Im Zuge einer zweiteiligen Studie sollten nicht nur die häufigsten Probleme beim Dolmetschen humorvoller Elemente, sondern auch die zur Bewältigung derartiger Schwierigkeiten herangezogenen Lösungsstrategien identifiziert werden. Ferner sollte erhoben werden, inwieweit DolmetscherInnen durch lustige Inhalte abgelenkt und wie nicht verstandene humorvolle Elemente gehandhabt werden. Die vorliegende Untersuchung stützte sich dabei auf die Typologien von Kalina (1998) und Gile (2009) sowie auf die Studie von Antonini (2010) hinsichtlich spezifischer Strategien zum Dolmetschen von Humor. Im Zuge eines Quasi-Experiments dolmetschten insgesamt fünf Probandinnen ausgewählte Sequenzen der Golden Globe Verleihungen der Jahre 2013 und 2014. Im direkten Anschluss daran wurden die Studienteilnehmerinnen in einem Gruppeninterview bezüglich ihrer Strategiewahl befragt. Die Studie ergab, dass die Probandinnen in einem Großteil der Fälle (83 %) wörtliche Dolmetschungen, Weglassungen sowie gezielt eingesetzte Präsentationsstrategien wählten, während andere für das Dolmetschen definierte Lösungsstrategien wenig bis gar keine Anwendung fanden. Zudem zeigte sich, dass die Probandinnen primär mit unbekannten Inhalten und Referenzen auf unbekannte Elemente, der Kombination von Informationsinhalten mit gezielten Pointen und ferner mit dem Vortragstempo sowie dem unbekannten Setting und Register Probleme hatten. Durch das Interview wurde zudem deutlich, dass die Probandinnen durch humorvolle Inhalte durchaus abgelenkt wurden, dies unter Berücksichtigung des Dolmetschskopos jedoch bewusst zugelassen wurde. Ebenso wurde evident, dass nicht nur Dolmetschfunktion- und setting, sondern auch die individuellen Dolmetschstile und Persönlichkeiten der Probandinnen ausschlaggebend für die Strategiewahl waren.

Zusammenfassung (Englisch)

In the light of lacking studies on interpreting humor this thesis aimed to investigate this so far neglected research field in translation studies. The present study tried to identify the most common difficulties when interpreting humorous texts and also aimed to understand which strategies interpreters apply to solve these problems. In addition, the study analyzed whether and how interpreters are distracted by humorous source texts and how they handle funny elements they did not fully understand. The study was based on the works of Kalina (1998) and Gile (2009) on coping strategies as well as on the study of Antonini (2010) about specific strategies for interpreting humor. In the course of a quasi-experiment five female participants were asked to interpret selected clips of the Golden Globe Ceremonies of 2013 and 2014. In a follow-up group interview they were then asked about the choices they made during the experiment. The analysis showed that the participants chose to use literal interpretations, omissions as well as specific presentation strategies for the vast majority (83 %) of their interpretations. Other common interpreting strategies were more or less fully neglected. The study also revealed that the major problems for the participants during the experiment resulted from unknown contents or references to unknown elements, the combination of specific information with jokes and punch lines as well as the speaking rate of the hosts, the unfamiliar setting and register of the source text. In the group interview the participants stated that they were distracted by the jokes and humorous elements of the source text but that they did not intervene or try to hide their distraction or laughter because of the setting and interpreting scope. The interview also showed that the choice of strategy was not only influenced by the interpreting scope and the interpreting setting alone but also by the individual interpreting styles and personalities of the participants.