Titelaufnahme

Titel
Die Neuropsychodynamik der Sucht : neuronale Korrelate von Sucht, Bindung und Persönlichkeit / Jürgen Fuchshuber
Verfasser/ VerfasserinFuchshuber, Jürgen
Begutachter / BegutachterinUnterrainer, Human Friedrich
Erschienen2015
Umfang62 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Sucht / Neuropsychologie / Persönlichkeitsstruktur / Sucht / Neuropsychologie / Persönlichkeitsstruktur / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-92319 Persistent Identifier (URN)
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Die Neuropsychodynamik der Sucht [1.35 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Studie beschäftigte sich mit neuropsychologischen Determinanten der Abhängigkeitsstörungen. Zu diesem Zweck wurden Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsstruktur, inneren Bindungsmodellen, Spiritualität und der Disposition zu Primäraffekten mit Abhängigkeitserkrankungen untersucht. Hierfür wurden gesunde, männliche Probanden (n = 44) mit nach ICD-10 diagnostizierten, männlichen Personen mit einer Abhängigkeitsstörung (n = 48) verglichen. Auf Basis dieser Stichprobe wurden zudem Unterschiede in der grauen Masse zwischen gesunden (n = 43) und abhängigen Personen (n = 30) mittels VBM (Voxelbasierte Morphometrie) analysiert. Schließlich beschäftigte sich die Studie mit Zusammenhängen zwischen suchtrelevanten Persönlichkeitsmaßen und der Dichte der grauen Masse. Hinsichtlich der Persönlichkeit wiesen Abhängige Probanden mehr Angst vor dem Verlassenwerden, eine stärkere Disposition zu ANGER, FEAR und SADNESS, eine verminderte Disposition zu SEEKING auf sowie eine verringerte Hoffnung auf Transzendenz auf. Zusätzlich konnte ein Zusammenhang zwischen Substanzkonsum und primitiver Abwehr nachgewiesen werden. Insgesamt lies sich durch ANGER, SADNESS, SEEKING, Angst vor dem Verlassenwerden und Hoffnung auf Transzendenz 33 % der Varianz der Gruppenzugehörigkeit vorhersagen. Im rechten Uncus, linken Gyrus parahippocampalis und dem linken medialen frontal Gyrus zeigten die gesunden Probanden eine höhere Dichte der grauen Masse. Für SEEKING konnten positive Zusammenhänge mit der grauen Masse im rechten Cerebellum, rechten inferioren frontal Gyrus und bilateralen lingual Gyrus festgestellt werden. In Summe deuten die psychometrischen und neuronalen Ergebnisse darauf hin, dass bei Suchterkrankungen insbesondere Ich-strukturelle Defizite hinsichtlich Affektregulation und Impulskontrolle zugrunde liegend sind.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study examined the role of neuropsychological determinants in the occurrence of substance use disorders (SUD). For this purpose we investigated the correlation between of personality structure, attachment styles, spirituality and disposition for primary affects and SUDs. Therefore we compared healthy, male subjects (n = 44) with subjects clinically diagnosed with a SUD (n = 48). Based on this sample, differences in gray matter between healthy subjects (n = 43) and subjects diagnosed with a SUD (n = 30) were analyzed using VBM (voxel-based morphometry). Finally we investigated the relationship between personality traits relevant to addiction and gray matter. Regarding personality persons with a SUD showed significantly more fear of abandonment, stronger dispositions to ANGER, FEAR and SADNESS, a reduced disposition for SEEKING and a reduced hope for transcendence. Furthermore there was a relationship between primitive defense and substance use. In sum 33 % of group variance can be explained by ANGER, SADNESS, SEEKING, fear of abandonment and hope for transcendence. Healthy subjects showed higher gray matter density in the right uncus, left gyrus parahippocampalis and left median frontal gyrus. SEEKING was positively related to gray matter in the right cerebellum, right inferior frontal gyrus and bilateral lingual gyrus. Taken together the psychometrical and neurological results indicate underlying ego-structural deficits in affect-regulation and impulse control for SUDs.