Titelaufnahme

Titel
Die unbestimmten Rechtsbegriffe der Fluggastrechte VO (EG)261/2004 im Lichte der Vorabentscheidung Wallentin-Hermann gegen Alitalia (Rs C-549/07) / vorgelegt von Christian Uitz
Verfasser/ VerfasserinUitz, Christian
Begutachter / BegutachterinJesser-Huß, Helga ; Isak, Hubert
Erschienen2015
Umfang315 Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2015
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Europäische Union / Flugpassagier / Recht / Flugpassagier / Recht / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-90703 Persistent Identifier (URN)
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Die unbestimmten Rechtsbegriffe der Fluggastrechte VO (EG)261/2004 im Lichte der Vorabentscheidung Wallentin-Hermann gegen Alitalia (Rs C-549/07) [1.22 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In den letzten Jahren hat sich die EU vor dem Hintergrund des Verbraucherschutzes intensiv der Ausarbeitung von Passagierrechten für alle Verkehrsträger verschrieben. Eine Vorreiterrolle nahm dabei die Fluggastrechte-Verordnung (EG) 261/2004 ein. Diese VO ist einer der umstrittensten Rechtsakte der Union und daher auch Gegenstand zahlreicher Gerichtsverfahren und Publikationen. Grund dafür ist neben der Neuheit vor allem die Unklarheit der in ihr verwendeten Begriffe. Die zentralsten Fragen, denen sich diese Arbeit auch annimmt, sind dabei die Definition des Entlastungsgrunds der „außergewöhnlichen Umstände“ bei Flugannullierungen und die Abgrenzung des Verspätungs- vom Annullierungstatbestand. Auf beide Fragen hat die EuGH-Entscheidung Wallentin-Hermann/Alitalia Einfluss und steht daher im Mittelpunkt der Arbeit. Es stellt sich aber auch die Frage nach der Vereinbarkeit der VO mit den bestehenden Übereinkommen des Völkerrechts, allen voran dem Montrealer Übereinkommen. Daher wurde auch ein Blick auf die Systematik der Fluggastrechte und ihre Geschichte geworfen. Dieser Blick ermöglicht es, die Begriffe der VO im richtigen Licht zu sehen. Diese Arbeit will daher vor dem Hintergrund eines bereits ausgearbeiteten neuen VO-Vorschlags auch nach Lösungen suchen, einen Konflikt mit dem Völkerrecht zu vermeiden. Vor allem aber zeigt sie die weit reichende Wirkung des Urteils Wallentin-Hermann/Alitalia auf, die sich aufgrund der ähnlichen Begrifflichkeit auch auf andere Verkehrsträger erstrecken kann und ein Zeichen gegen die gelebte Praxis setzt, Ausgleichszahlungen bei technischen Gebrechen zu negieren, indem sie diese in der Regel von den „außergewöhnlichen Umständen“ ausnimmt. Gerade die Praxis zeigt, dass die VO von den Fluglinien oft einfach ignoriert wird, womit die VO mit ihren Sanktionen meist zahnlos wirkt. Auch dagegen will diese Arbeit eine Lösung zu finden.

Zusammenfassung (Englisch)

In recent years, the EU has within the framework of consumer protection focused more closely on the development of passenger rights for all forms of transportation. In this context the Flight Delay Compensation Regulation(EC) No. 261/2004(the “Regulation”) plays a primary role. This Regulation is one of the most controversial acts of the Union and subject of numerous court proceedings and publications. This comes mainly due to the novelty and ambiguity of the legal terminology used. The core questions in this respect also being dealt within this thesis are the definition of the justification grounds for "extraordinary circumstances" in flight cancellations and the distinction of the legal grounds of “delay” from “cancellation” of flights. The decision of the ECJ in the case Wallentin-Hermann v Alitalia influences both legal grounds bringing it to the core focus of this publication. This work also touches upon the question of the compatibility of the Regulation with the existing conventions of international law, especially the Montreal Convention. The author unravels the systematics of air passenger rights and their history bringing the terminology in the Regulation in the right context. Against the background of a new proposal for a Regulation already being available, this thesis also aims to find solutions to avoid a conflict with public international law. Above all, the thesis shows the far-reaching effect of the Wallentin-Hermann v Alitalia judgment, which also has an impact on other regulatory regimes for transportation due to the similar terminology used in the corresponding legislation. It also sets a sign against the common practice to deny compensation in case of technical defects and at the same time exempts technical defects from the notion of “extraordinary circumstances”. Practical experience shows that the Regulation is frequently just ignored by airlines. The thesis also tries to find solutions against this situation, making the Regulation toothless.