Titelaufnahme

Titel
Catch-22 des irregulären Aufenthalts : Handlungspraxen zwischen Abschiebung und Niederlassung / Brigitte Kukovetz
Verfasser/ VerfasserinKukovetz, Brigitte
Begutachter / BegutachterinFleck, Christian ; Scherke, Katharina
Erschienen2015
Umfang266 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Illegaler Einwanderer / Migrationspolitik / Grounded theory / Österreich / Illegaler Einwanderer / Migrationspolitik / Grounded theory / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-90600 Persistent Identifier (URN)
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Catch-22 des irregulären Aufenthalts [2.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Catch-22 des irregulären Aufenthalts. Handlungspraxen zwischen Abschiebung und NiederlassungFür Österreich kann - ebenso wie für andere westliche Industrieländer - von der Etablierung eines Abschieberegimes als Teil der Migrationspolitik gesprochen werden. Diese ist durch Ein- und Ausschließungsprozesse gekennzeichnet. Durch Abschiebungen wird Exklusion erreicht; rechtliche Inklusion erfolgt über das System der Niederlassungsbewilligungen. Migrant_innen, die (noch) keinen legalen Aufenthaltstitel haben und von einer Abschiebung bedroht sind, leben „unautorisiert“ in Österreich. In dieser sozialwissenschaftlichen Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Handlungsspielräume Menschen in einer solchen Lebenssituation haben. Mit Hilfe der Grounded Theory Methodologie wurde ein Modell entwickelt, welches die Handlungspraxen unautorisierter Migrant_innen beschreibt. Diese befinden sich in einer Situation des Catch-22 des irregulären Aufenthalts. Darunter wird verstanden, dass die unautorisierten Migrant_innen in ihren Handlungsentscheidungen vor einem Dilemma stehen: Die Handlungen, die sie setzen müssten um ein legales Aufenthaltsrecht zu erhalten, sind auf die Partizipation in der Gesellschaft (Deutsch lernen, einer Arbeit nachgehen, soziale Beziehungen aufbauen etc.) und die Compliance mit behördlichen Anforderungen ausgerichtet. Um hingegen einer gleichzeitig drohenden Abschiebung zu entgehen, müssen sie entgegengesetzt handeln und sich möglichst aus der Öffentlichkeit und vor dem behördlichen Kontakt zurückziehen. In dieser Studie werden die strukturellen Ursachen für den Catch-22 des irregulären Aufenthalts diskutiert und die konkreten Handlungspraxen der Migrant_innen sowie die intervenierenden Bedingungen (wie etwa die Handlungen der Mitarbeiter_innen der Fremdenpolizeibehörde und die Rolle von Unterstützer_innen und Vereinen) beschrieben. Abschließend wird auf die Folgen des Catch-22 für die Migrant_innen eingegangen.

Zusammenfassung (Englisch)

Catch-22 of irregular stay. Social practices between deportation and residencyAs in other western industrialised countries, in Austria a so called deportation regime is part of the actual migration policy. This migration policy is characterised by processes of inclusion and exclusion. Deportations fulfil the target of exclusion; legal inclusion is realised via the system of residence rights. Migrants who do not have (yet) achieved a residence permit and who fear a deportation, live unauthorised in Austria. In this social scientific study the question is raised which scope of action people have who live under such conditions. With the help of the Grounded Theory Methodology a model was developed which describes the social practices of unauthorised migrants. Their situation can be explained as Catch-22 of irregular stay. This means that unauthorised migrants face a dilemma when they have to decide how they act: If they want to attain a legal residency permit, they have to participate actively in society (that is to learn German, to work, to build up social ties etc.) and to comply with the demands of public authorities. However, if they want to escape a pending deportation, they have to act contrarily and have to avoid the public and the contact to authorities. In this study the structural causes of catch-22 of irregular stay are discussed and the concrete social practices of migrants and their intervening conditions (such as the actions of the agents of the aliens police and the role of private supporters and NGOs) are described. In conclusion, the consequences of catch-22 for the migrants are illustrated.