Titelaufnahme

Titel
Die Wahrnehmung des Eigenen durch die Konfrontation mit dem Fremden : die Auswirkungen eines Auslandsaufenthaltes im Rahmen des Mobilitätsprogrammes "Europäischer Freiwilligendienst" auf die Reflexion der eigenen Identität / Bernadette Böhm
Verfasser/ VerfasserinBöhm, Bernadette
Begutachter / BegutachterinScherke, Katharina
Erschienen2015
Umfang130 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in engl. und dt. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Selbstbild / Kulturelle Identität / Auslandsaufenthalt / Selbstbild / Kulturelle Identität / Auslandsaufenthalt / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-90062 Persistent Identifier (URN)
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Die Wahrnehmung des Eigenen durch die Konfrontation mit dem Fremden [1.36 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich ein temporärer Auslandsaufenthalt auf die Wahrnehmung der eigenen kulturellen Identität auswirkt. Dazu wurden narrative Interviews mit fünf Personen aus Graz geführt, die einen Europäischen Freiwilligendienst (EFD) absolviert haben. Die Planung, Durchführung und Analyse der empirischen Erhebungen wurde in einem postmodernen Identitätsdiskurs verortet. Als zentraler Theoretiker wurde Zygmunt Bauman herangezogen, mit seinen Ausführungen über den Wandel des individuellen Umgangs mit Identität im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung von der Moderne zur Postmoderne. Des Weiteren wurden die befragten Personen seinem Modell der Touristen/innen zugeordnet, welche er im Kontrast zu Vagabunden/innen skizziert. Beiden gemeinsam sei die Mobilität. Während die Touristen/innen vor dem Hintergrund eines stabilen, sicheren Zuhauses aus Abenteuerlust verreisen würden, hätten die Vagabunden/innen keine andere Wahl. So gaben auch alle fünf interviewten Personen in den Gesprächen an, sich eine Auszeit nehmen gewollt zu haben. Einen äußeren Grund Österreich zu verlassen, wie eine physische Bedrohung, oder eine wirtschaftliche Not, habe es nicht gegeben. Die von ihnen geschilderten Erfahrungen während ihres EFDs, und das Erleben von Fremdem dabei, werden in der Arbeit mithilfe der Nähe-Distanz-Beziehung erläutert, wie sie Bauman in Bezug auf Simmel formuliert. Als Kontrast zu den eher düsteren und skeptischen Ausführungen über Identität in der Postmoderne von Bauman wurde des Weiteren das Konzept der „Patchwork-Identität“ von Heiner Keupp ergänzend herangezogen. So kann anhand der in der Arbeit dargestellten Beispiele gezeigt werden, dass die ehemaligen Freiwilligen ihre Identität auch als in verschiedene Richtungen erweiterbar ansehen, vergleichbar mit der symbolischen Darstellung eines „crazy quilts“ von Keupp. Ihre Erlebnisse im Ausland, positive wie negative, sehen sie durchwegs als persönlichen Zugewinn.

Zusammenfassung (Englisch)

The purpose of this master's thesis is to investigate how a temporary stay abroad is influencing the perception of one's own cultural identity. As data for this study interviews with five people from Graz, who participated in the European Voluntary Service program, were conducted. The planning and the execution as well as the analysis of the empirical data have intellectually been placed within a postmodern identity discourse. The approach by Zygmunt Bauman concerning the change of the perception of identity within the development from modernism towards postmodernism provided one of the main theoretical inputs for this thesis. In contrast to his model of the vagabond, the persons interviewed for this study can be assigned to Bauman's model of the tourist because all of them stated that they simply wanted to take a break from their life in Austria. These people did not have an external reason, such as physical threats, or economic problems, to leave their home country. The experiences during their European Voluntary Service illustrated by the interviewed persons, and their experiences with the other were analysed in further detail by using the 'proximity-distance-relation' based on Bauman's theoretical conceptions which are based on those of Simmel's. In addition to Bauman's rather dismal and sceptic remarks on identity in postmodernism, Heiner Keupp's concept of the so-called 'patchwork-identity' was consulted additionally. The way the former volunteers interviewed for this study have described their personal development through the experiences made abroad, can be seen as similar to Keupps symbolic representation of the 'crazy quilt'. Every experience is seen as a personal gain, the positive but the negative ones as well, and added on different 'places' of their identity.