Titelaufnahme

Titel
Spuren der moralischen Presse im Erzählwerk von Antonio Piazza / eingereicht von Alexandra Fuchs
Verfasser/ VerfasserinFuchs, Alexandra
Begutachter / BegutachterinErtler, Klaus-Dieter ; Fabris, Angela
Erschienen2015
Umfang310 S. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Piazza, Antonio / Roman / Erzähltechnik / Moralischer Sinn / Moralische Wochenschrift / Wertorientierung / Belehrung / Meinungsbildung / Aufklärung
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-90023 Persistent Identifier (URN)
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Spuren der moralischen Presse im Erzählwerk von Antonio Piazza [4.62 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Mit der Gründung des „Tatler“ von Joseph Addison und Richard Steele zu Beginn des 18. Jahrhunderts in England ist die Geburtsstunde eines neuen Zeitschriftentyps eingeleitet, der sich bald über ganz Europa ausbreitet und auch in Italien zum Erfolgsmodell wird. Die Entstehung der Moralblätter ist eng mit dem sozialen Paradigmenwechsel und der Entwick-lung einer wirtschafttreibenden Gesellschaft verbunden. Die essayistisch-narrative Anlage der Moralischen Periodika als journalistisches Unterneh-men liefert einen wichtigen Impetus für die Entstehung des modernen Romans. Die Entwick-lung der Erzählstrategien in den Zeitschriften orientiert sich an der öffentlichen Kommu-nikation, die in literarisch verschriftlichter Form in die Erzählliteratur aufgenommen wird.Antonio Piazza, selbst Herausgeber der Zeitschrift „Gazzetta urbana veneta“ (1787-1798), verfasst sein Erzählwerk in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, nachdem die bekann-testen venezianischen Moralblätter bereits erschienen sind. Wie sehr die Zeitschriften für den italienischen Roman der Aufklärung wegweisend waren, signalisieren zahlreiche für die Moralblätter unverkennbare Elemente, die auch im Erzählwerk Piazzas beschrieben werden können. Zur Grundausstattung der Moralblätter zählt die fiktive Verfasserinstanz, die in metatex-tuellen Äußerungen die Textgenese erläutert, sich in Leseranreden an ihr Publikum wendet und didaktisch-kommentierend den Text begleitet. In modifizierter Form ist die „Spectator“-Logik in das Schreiben Piazzas eingegangen, der die Inszenierung von Kommunikation weiterführt und seine Figuren ebenso beobachten und über das Wahrgenommene reflektieren lässt. Moralphilosophische Überlegungen werden dem Horazschen Prinzip „prodesse et delectare“ folgend mit den Handlungsstrukturen mitgeliefert. Zudem richtet der Autor einen Teil seines Erzählwerkes explizit an ein weibliches Lesepublikum, womit er auch bezüglich der impliziten Leserschaft an die Moralischen Periodika anschließt.

Zusammenfassung (Englisch)

With the establishment of Joseph Addisons and Richard Steeles “Tatler” in the beginning of the 18th century the birth of a new type of journal is induced, which is soon spread all over Europe and becomes a model of success also in Italy. The foundation of the Spectator is closely connected with a social change and the development of a mercantile society. The essayistic-narrative construction of the Spectators as journalistic enterprise provides an important impetus for the genesis of novels. The development of the narrating strategies in the journals is orientated on the public communication, which is included in literature in a written form.Antonio Piazza, publisher of the “Gazzetta urbana veneta” (1787-1798), composes his narrative work in the second half of the 18th century, when the best known Venetian Spectators had already been published. How important the Spectators for the Italian novels of the age of enlightenment were, show numerous elements of the Spectators, which are also noticed in Piazzas novels.One of the main attributes of the spectators is a fictional writer, who explains the genesis of the text in metatextual comments, talks directly to the readers and accompanies the text by didactical enouncements. In a modified form the “logic of the Spectator” has entered Piazzas writing, who continues the representation of commu-nication and who lets his characters watch and reflect. Moral-philosophical considerations are delivered with the principle of Horace “prodesse et delectare”. Furthermore the author directs a part of his novels directly to a female audience, by which he connects also with the implicit readership to the spectators.