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Title
Dialekt in Österreich am Beginn des 21. Jahrhunderts aus jugendlich-urbaner Sicht : eine Spracheinstellungsuntersuchung unter jungen Sprecherinnen und Sprechern aus Wien, Graz und Klagenfurt / vorgelegt von Johanna Maria Magdalena Fanta
AuthorFanta, Johanna Maria Magdalena
CensorGlauninger, Manfred
Published2015
Description144 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst.
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Annotation
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Österreich / Stadt / Jugend / Mundart / Österreich / Stadt / Jugend / Mundart / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-89847 Persistent Identifier (URN)
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Dialekt in Österreich am Beginn des 21. Jahrhunderts aus jugendlich-urbaner Sicht [2.62 mb]
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Abstract (German)

Sprachlich ist der Alltag in Österreich vom sogenannten Code-Shifting/ Code-Switching geprägt, bei welchem sich die Sprecherinnen und Sprecher mühelos innerhalb des Dialekt-Standard-Kontinuums bewegen bzw. zwischen den ihnen zur Verfügung stehenden Varietäten und Sprechweisen hin- und herwechseln. Parallel dazu wird unter jungen Sprecherinnen und Sprechern in den Großstädten Österreichs ein Dialektabbau zu Gunsten des Gebrauchs einer Umgangs- oder intendierten Standardsprache („Hochdeutsch“) vermutet. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit auf Basis einer Online-Umfrage einschlägige Spracheinstellungen junger österreichischer Sprecherinnen und Sprecher aus Wien, Graz und Klagenfurt hinsichtlich ihrer Konzepte von Dialekt und Standard. Von besonderem Interesse ist dabei zum einen der Vergleich zwischen den drei Städten, da sie sich in Größe und sozioökonomischer, politischer, historischer u. a. Bedeutung maßgeblich unterscheiden, und zum anderen die Gegenüberstellung von Schülerinnen und Schülern unterschiedlichen Bildungshintergrunds (AHS und Berufsschule) und der damit stereotypisch assoziierten Dialektnähe bzw. -distanz.Die Ergebnisse der Umfrage zeigen sowohl stadtspezifische Unterschiede als auch bildungsbedingte Differenzen der jugendlichen Konzepte und Wahrnehmungen. Während Klagenfurter Schülerinnen und Schüler beider Schultypen den Dialekt noch als primäre alltagssprachliche Varietät begreifen, sind unter den Wiener und Grazer Jugendlichen der AHS Indizien entsprechender Transformationsprozesse feststellbar. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Schülerinnen und Schüler den Dialekt immer weniger als „alltagssprachliche“ Varietät erleben, sondern zunehmend als pragmatisch-funktionalisiertes, „markiertes“ Kommunikationsmittel verwenden, beispielsweise zum Zwecke eines zitathaften, ironischen, expressiven Sprechens.

Abstract (English)

Austrias common language is characterized by so-called code-shifting and code-switching. Speakers move effortlessly within the framework of the German dialect-standard-continuum or between their available variations of language registers respectively. At the same time, a trend towards a reduction of dialect use among young speakers in big cities in Austria is being assumed.In this context, the aim of this master thesis is to gain information about the attitudes of young speakers of German in Vienna, Graz and Klagenfurt regarding their perceptions of dialect and standard German. For this purpose, an online survey was conducted. Emphasis is placed on the comparison between the three cities, which differ in size, and socio-economic, political, historic, etc. significance. The second main interest refers to the contrast of students of different educational backgrounds (high school and vocational school), and their stereotypically associated proximity or distance to speaking dialect.The findings of the survey ascertain differences in the perceptions of the participating adolescents with respect to the specific city and educational background. Students in Klagenfurt of both school types still seem to perceive dialect as their major variety of every-day speech. On the contrary, there are indications of an ongoing transformation process among all students in Vienna and high school students in Graz. As a result, a decline of dialect usage is suggested in common conversational situations with the consequence of an increased use of dialect as a pragmatically-functionalized, “marked” form of communication, e. g. for the purpose of quote-like, ironic or expressive speech.