Titelaufnahme

Titel
Dominanz(en) im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Sprache : geschlechterpolitischer Transfer in der Übersetzung von geschlechtergerechten Formulierungen in der mehrsprachigen Rechtskommunikation ; eine korpusgestützte Analyse am Beispiel der Südtiroler und Schweizer Gesetzgebung (2008-2014) im Deutschen und Italienischen / vorgelegt von Alessandro Scafariello
Verfasser/ VerfasserinScafariello, Alessandro
Begutachter / BegutachterinMonzó-Nebot, Esther
Erschienen2015
Umfang144 S. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Südtirol / Gesetzgebung / Geschlechtsunterschied / Sprache / Gender Mainstreaming / Schweiz / Deutsch / Rechtssprache / Geschlechtsunterschied / Italienisch / Südtirol / Gesetzgebung / Geschlechtsunterschied / Sprache / Gender Mainstreaming / Schweiz / Online-Publikation / Deutsch / Rechtssprache / Geschlechtsunterschied / Italienisch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-89681 Persistent Identifier (URN)
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Dominanz(en) im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Sprache [1.79 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem translationsbezogenen Transfer geschlechtergerechter Sprachpolitik in der Südtiroler und Schweizer Gesetzgebung auf Deutsch und Italienisch. Anhand eines polysystemischen Ansatzes wurde untersucht, welche Transferstrategien bei der Wiedergabe von geschlechtergerechten bzw. -neutralen Formulierungen in den italienischen Fassungen der Gesetzestexte Südtirols und der Schweiz vorkommen und ob es dabei durch differenzierte Strategien auch interferenzbedingte Diskrepanzen entstehen, die zur Bildung zwei unterschiedlicher Repertoires führen. Die Überprüfung erfolgte durch eine vergleichende quantitativ-qualitative korpusgestützte Analyse zweier Parallelkorpora, die jeweils aus den im Zeitraum 2008-2014 in Kraft getretenen Südtiroler Landes- sowie Schweizer Bundesgesetzen auf Deutsch und Italienisch bestehen. Es wurde davon ausgegangen, dass in beiden Subkorpora auf Deutsch geschlechtergerechte Formulierungen häufiger auftreten. Dabei sollte überprüft werden, inwieweit das Italienische in beiden Subkorpora in puncto geschlechtergerechtes Formulierens sich unterscheidet, und zwar anhand von Analyse und Vergleich auf inter- und intralinguistischer sowie diatopischer Ebene. Als Grundlage dafür diente das Polysystem mehrsprachige Rechtskommunikation und Geschlechterpolitik am Beispiel des Deutschen und Italienischen in Südtirol und der Schweiz. Durch die Analyse konnte aufgezeigt werden, ob und inwieweit Interferenzen durch Transfer entstehen, wo diese zu beobachten sind sowie welche sprachliche und soziale Dominanzen vorkommen. Die Untersuchung zeigte, dass das Deutsche nur im Repertoire des Südtiroler Italienischen eine dominante Stellung aufweist, was jedoch zur Beseitigung der sozialen Dominanz des generischen Maskulinums im Teilsystem der italienischen Rechtssprache in Südtirol führte. Das neue Repertoire verlegt das Schweizer Italienische mit seinen durch Richtlinien institutionalisierten Optionen in eine periphere Position.

Zusammenfassung (Englisch)

This MA thesis seeks to analyse the translational transfer of the gender language policy con-tained in the South Tyrolean and Swiss legislations in German and Italian. The aim was to analyse the transfer strategies used in reporting gender inclusive or neutral language in the Italian version of the South Tyrolean and Swiss laws through the use of a polysystemic ap-proach, and to assess whether different transfer strategies may have caused any interference-related discrepancy leading to the formation of two different repertoires. This assessment was conducted through a comparative quantitative-qualitative corpus-driven analysis based on two parallel corpora, formed respectively by the South Tyrolean laws enforced from 2008 to 2014 in German and Italian, and by the Swiss federal laws in these same languages. As a result of the assessment, gender inclusive language was observed to be more frequently used in both German-language subcorpora. The assessment was then centred on comparing the use of gen-der inclusive language in the Italian subcorpora adopting an interlinguistic, intralinguistic and diatopic approach. The polysystem of multilingual legal communication and gender policy was taken as the context of comparison for German and Italian in South Tyrol and Switzerland. The analysis allowed to clarify whether, where, and to what extent transfer-related interfer-ences occur, and which dominant positions could be identified. The analysis showed that the German language has exerted a dominant position causing changes only in the South Tyrolean Italian repertoire by eliminating the socially dominant position of the generic masculine in the Italian legal language system in South Tyrol. This new repertoire rules out the Swiss Italian options institutionalised in guidelines and places them in a peripheral position.