Titelaufnahme

Titel
Berufs- und haftungsrechtliche Aspekte des Kommunaldolmetschens in Österreich / vorgelegt von Katharina Sandriesser
Verfasser/ VerfasserinSandriesser, Katharina
Begutachter / BegutachterinGrbić, Nadja
Erschienen2015
Umfang204 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Kommunaldolmetschen / Berufsrecht / Haftung / Österreich / Kommunaldolmetschen / Berufsrecht / Haftung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-89671 Persistent Identifier (URN)
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Berufs- und haftungsrechtliche Aspekte des Kommunaldolmetschens in Österreich [4.94 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der vorliegenden Masterarbeit werden berufs- und haftungsrechtliche Aspekte des Kommunaldolmetschens in Österreich betrachtet. Da dazu bislang kaum Publikationen bzw. gerichtliche Entscheidungen vorliegen, ist es das Ziel dieser Arbeit, erste Informationen zu generieren sowie Unklarheiten und Probleme aufzuzeigen. Als Erhebungsmethode der Studie wurden eine Dokumentenanalyse von gesetzlichen Regelungen und wissenschaftlichen Publikationen sowie ExpertInneninterviews durchgeführt. Die erhobenen Daten wurden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2008) ausgewertet. In der berufsrechtlichen Untersuchung zeigte sich, dass die berufsrechtliche Einordnung des Dolmetschens lange Zeit unklar war. Seit einer rechtlichen Änderung im Jahr 2013 werden nunmehr jedoch nahezu alle Sprachdienstleistungen als freie Gewerbe angesehen, weshalb auch für die Ausübung des Kommunaldolmetschens eine Gewerbeberechtigung erlangt werden muss. In diesem Zusammenhang wurde auch auf Veränderungen hinsichtlich der Sozialversicherung und den Interessenvertretungen von KommunaldolmetscherInnen eingegangen. Da die Sozialversicherung als „Neue Selbständige“ künftig nicht mehr möglich sein wird, zeigte sich, dass die Interessen von KommunaldolmetscherInnen neben den translatorischen Berufsverbänden nun auch von der Wirtschaftskammer Österreich vertreten werden. In der haftungsrechtlichen Untersuchung wurde der Frage nachgegangen, wann KommunaldolmetscherInnen beispielsweise durch eine fehlerhafte Dolmetschung einen Schaden verursachen, für den sie einstehen müssen. Nach Ansicht der befragten ExpertInnen ist eine zivilrechtliche Haftung für DolmetscherInnen in medizinischen und in asylrechtlichen Settings denkbar. Eine strafrechtliche Haftung wird aber nur für erstere angenommen. Mangels gerichtlicher Entscheidungen konnten in der Arbeit jedoch viele Fragen nicht abschließend beantwortet werden, wie beispielsweise, ob DolmetscherInnen ein erhöhter Haftungsmaßstab trifft.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis investigates the professional regulations and the liability law governing the work of community interpreters in Austria. As there are very few publications or court decisions on the legal aspects of community interpreting in Austria, the main objective of this thesis is to present the available information as well as to discuss potential ambiguities and problems. The empirical basis of the study consists of different documents including legal provisions and publications, as well as transcripts of interviews, which were conducted with six experts. The data were analysed using Mayrings (2008) summarising content analysis. The analysis showed that it has long been unclear whether interpreting is a profession governed by the Austrian Trade Regulation Act. However, due to an amendment in 2013, almost all interpreters are now obliged to obtain a business license. The study also examined which institutions represent the interests of community interpreters and how they are covered by social security. As community interpreters entering the market can no longer be insured as Neue Selbständige (self-employed persons who have not obtained a business license), they are now not only represented by the Austrian interpreters associations but also by the Austrian Federal Economic Chamber. The second focus of the study was the liability law that applies to community interpreters. The underlying question was whether and to what extent an interpreting mistake, for example, can cause a damage that makes community interpreters liable. While the experts assumed that community interpreters are civilly liable in medical and asylum settings, they believed that criminal liability would only be likely in the first setting. However, the study raised many questions, which could not be answered due to a lack of relevant court decisions, for instance, whether interpreters have to meet high standards of due care.