Titelaufnahme

Titel
Folgte auf die Große Rezession von 2009 die große Rezession der Löhne? : ein nicht ganz so simpler Zusammenhang / Nenad Pantelic
Verfasser/ VerfasserinPantelic, Nenad
Begutachter / BegutachterinKleinert, Jörn
Erschienen2015
Umfang152 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; zahlr. graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in engl. und dt. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Europäische Union / Arbeitsmarkt / Lohnstarrheit / Geschichte 2008-2013 / Europäische Union / Arbeitsmarkt / Lohnstarrheit / Geschichte 2008-2013 / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-89174 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Folgte auf die Große Rezession von 2009 die große Rezession der Löhne? [4.38 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Folgen der großen Rezession auf die europäische Lohnentwicklung haben in der Arbeitsmarktforschung selten im Zentrum gestanden. Diese Masterarbeit zeigt ein detailliertes Bild der durchschnittlichen europäischen Lohnentwicklung und der Lohnentwicklung von 2008 bis 2013, nach Alter, Beruf, Geschlecht und Wirtschaftssektor differenziert. Ich konnte zeigen, dass die durchschnittliche Lohnentwicklung in Europa sehr heterogen verlief. Während die baltischen Länder und Großbritannien schon 2009 starke Lohnrückgänge verzeichneten, fielen die durchschnittlichen Löhne in Griechenland, Portugal und Zypern erst nach 2010 im wesentlichen Maße. In einigen Ländern wie zum Beispiel Belgien blieb die Lohnentwicklung über die Betrachtungsperiode stabil. Die Analyse der sektoralen Lohnentwicklung ergab, dass sich die Lohnentwicklung im privatwirtschaftlichen Sektor nach 2010 einigermaßen erholte, wohingegen im öffentlichen Sektor der Tiefpunkt der Lohnentwicklung 2011 und 2012 erreicht wurde. Dieser Unterschied ist auf die Austeritätsprogramme der nationalen Regierungen zurückzuführen, die das allgemeine Lohnwachstum gebremst haben. Insgesamt sind die durchschnittlichen Lohnentwicklungsunterschiede zwischen den Ländern wesentlich bedeutender als sektorale Lohnentwicklungsunterschiede. Die heterogene Lohnentwicklung lässt sich im Wesentlichen mit konjunkturellen Effekten und institutionellen Arbeitsmarktunterschieden zwischen den Ländern erklären. Effizienzlöhne und Implizite Verträge sind von geringerer Bedeutung. Die Betrachtung der differenzierten Lohnentwicklung auf Basis der SES Daten ergab drei wichtige Erkenntnisse. Die Löhne für ältere Bürokräfte, ältere Hilfsarbeitskräfte und junge Führungskräfte sind zwischen 2006 und 2010 gefallen, wobei die Lohnentwicklung der jungen Arbeitskräfte hinter der Lohnentwicklung der Älteren zurückblieb. Der Gender Wage Gap bei den älteren Arbeitern ist stärker gefallen, als bei den jüngeren Arbeitern.

Zusammenfassung (Englisch)

The effects of the great recession on the European wage development have seldom been in the center of the labour market research until now. This master thesis shows a detailed picture of the european average wage development and of the wage development between 2008 and 2013 breaken up by age, sex, occupation and economic sectors. I find that the average wage development in Europe has been very heterogeneous. While the Baltic States and Great Britain experienced strong wage decline already in 2009, strong average wage reduction in Greece, Portugal and Cyprus happened only after 2010. In some countries like Belgium, wage development remained stable over the period. After the analysis of the wage development of economic sectors, I found that the wage development in the private sector has recovered somewhat after 2010, whereas the wage development in the public sector reached rock bottom in 2011 and 2012. This difference can be explained by the implementation of austerity programs by national regimes, which slowed down general wage growth. Overall, the difference in average wage development is much greater between countries than between economic sectors. The difference between countries is thereby mainly explained by the size of the economic shock and the difference of labour market institutions between countries. I find that the efficiency wage hypothesis and implicit contracts seem to have no obvious effect on the development of average wages. After the review of the Eurostat SES data I found three important insights. The wages of older office workers, older auxiliary workers and young executives has fallen between 2006 and 2010, whereby the wage development of young workers has fallen back in comparison to older workers. The Gender Wage Gap has fallen more strongly for older workers than for younger workers.