Titelaufnahme

Titel
Primo Levi - der Zeuge und sein Zeugnis : Translation als Grauzone zwischen Täter- und Opfersprache in "Ist das ein Mensch" von Primo Levi / vorgelegt von Lara Maria Tosoni
Verfasser/ VerfasserinTosoni, Lara Maria
Begutachter / BegutachterinWolf, Michaela
Erschienen2015
Umfang100 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Spr.
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Levi, Primo <Se questo è un uomo> / Übersetzung / Deutsch / Levi, Primo <Se questo è un uomo> / Übersetzung / Deutsch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-88859 Persistent Identifier (URN)
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Primo Levi - der Zeuge und sein Zeugnis [1.08 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit geht der Frage nach Translation als Metapher für eine Grauzone zwischen Täter- und Opfersprache im Werk Se questo è un uomo von Primo Levi (1958) nach. Der translationswissenschaftlichen Analyse des autobiographischen Berichts und seiner Übersetzung Ist das ein Mensch von Heinz Riedt (1961) über die Inhaftierung im KZ Auschwitz-Monowitz III liegen die Fragen nach der Bedeutung von Translation für das Original und der Identifikation der von Levi beschriebenen Übersetzungsprozesse zu Grunde. Ausgehend von der Hypothese, dass Translation ein integrierter Bestandteil von Levis autobiographischem Bericht ist und dass Kommunikation das „Über-Leben“ im Lager ermöglicht, besteht die Annahme, dass die von Levi konzeptualisierte Grauzone metaphorisch für translatorische Prozesse im Lager steht. Zur Überprüfung der Hypothese, wird der historische Hintergrund des Holocaust erläutert und das Genre der „Holocaust-Literatur“ skizziert. Außerdem werden der Autor und das Untersuchungskorpus vorgestellt, und es wird die Übersetzung des Buches ins Deutsche beleuchtet. Die methodische Grundlage der Analyse stellt ein eigens erarbeitetes Modell, das aus einzelnen Merkmalen der Grauzone und des Dritten Raumes von Homi K. Bhabha erarbeitet wurde, dar. Zur Überprüfung der Hypothese wurde analysiert, inwieweit die Übertragung des Buches aus dem Italienischen ins Deutsche eine Umdeutung in die Tätersprache bedeutet und ob die von Levi konzeptualisierte Grauzone unter Heranziehung des Konzepts des Dritten Raums als Metapher für einen Translationsprozess steht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Grauzone als Metapher für im Lager stattfindende translatorische Prozesse steht und dass Umdeutungen in die deutsche Übersetzung vorkommen, um Levis Aussagen und Erfahrungen in Auschwitz zu transportieren. Durch eine Wiederherstellung der lagerspezifischen und rudimentären Sprache werden also die LeserInnen zumindest ansatzweise in die Zeit des Terrors zurückgeführt.

Zusammenfassung (Englisch)

The present master thesis aims at examining the question of translation as a metaphor for a Grey Zone between perpetrators and victims language in Primo Levis masterpiece Se questo è un uomo (1958). The translation analysis of the autobiographical report and its translation Ist das ein Mensch of Heinz Riedt (1961) on the imprisonment in Auschwitz-Monowitz III provides the basis for the questions about the meaning of translation for the original version and the identification of translation concepts. Starting from the hypothesis that translation is an integrated part of Levis autobiographical report and that communication allows “to survive” in the concentration camp, it is assumed that the Grey Zone conceptualized by Levi metaphorically stands for the translation processes in the camp. In order to verify the hypothesis, the historical background of the Holocaust is presented and the genre of “Holocaust literature” is discussed. Moreover, the author and the corpus of investigation are presented and the translation into German is examined. The methodological basis for the analysis is a model specially elaborated for the purpose of this master thesis: It is made up of various central characteristics of the Grey Zone and of Homi K. Bhabhas Third Space. To test the hypothesis, the analysis focused on the question to what extent the translation from Italian into German means a reinterpretation into the language of the perpetrator and if the concept of the Grey Zone also considering the concept of the Third Space stands as a metaphor for a translational process. The results show that the Grey Zone represents a metaphor for translational processes in the camp and that the reinterpretation in the German translation occurs in order to transfer Primo Levis statements and his experience in Auschwitz. By reconstructing the specific and rudimentary language used in the concentration camps, the readers of Levis book could be taken back to this period of terror.