Titelaufnahme

Titel
Intertextualität und intradiegetische Schriften in Thomas Bernhards "Der Untergeher" (1983) und Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" (1983) : eine vergleichende narratologische Analyse
Verfasser/ VerfasserinHable, Ingrid
Begutachter / BegutachterinReulecke, Anne-Kathrin
Erschienen2015
Umfang116 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Bernhard, Thomas <Der Untergeher> / Jelinek, Elfriede <Die Klavierspielerin> / Erzähltheorie / Bernhard, Thomas <Der Untergeher> / Jelinek, Elfriede <Die Klavierspielerin> / Erzähltheorie / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-88775 Persistent Identifier (URN)
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Intertextualität und intradiegetische Schriften in Thomas Bernhards "Der Untergeher" (1983) und Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" (1983) [1.08 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit unternimmt eine vergleichende narratologische Analyse von Thomas Bernhards "Der Untergeher" und Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" und gibt Aufschluss über die in diesen Werken transportierte Weltsicht. Insbesondere werden die Aussagen der Texte über die Möglichkeiten und Grenzen sprachlicher Kommunikation und des Wirklichkeitszuganges erschlossen sowie die aus den Texten ableitbaren Sinnkonzepte. In einem ersten Schritt wird die Erzählstruktur beider Werke im Hinblick auf Erzählinstanzen, Figurengestaltung und die Konstruktion des Raum-Zeit-Gefüges dargelegt. Dabei zeigt sich, dass die erzählerische Vermittlung der Werke durch Indirektheit und Unzuverlässigkeit gekennzeichnet und ihre Erzählstruktur jeweils als Machtstruktur konstruiert ist. Anschließend wird auf die in beiden Werken vorkommenden Texte im Text in ihrer Eigenschaft als selbstreflexive Elemente fokussiert. Das umfasst einerseits intertextuelle Bezüge, andererseits die von Figuren verfassten intradiegetischen Schriften. Obwohl der Einsatz solcher Texte im Text in den beiden Werken in sehr unterschiedlicher Weise erfolgt, lassen sich ähnliche Folgerungen in Bezug auf die Weltsicht der Werke ziehen: Sprache wird sowohl in ihrer Funktion als Kommunikationsmittel als auch als Instrument der Welterfassung problematisiert, dennoch erweist sich der zugleich schöpferische wie destruktive Akt des Schreibens als überlebensnotwendig. Einem aus der kulturellen Tradition abgeleiteten sinnstiftenden Kanon wird ebenso eine Absage erteilt wie Absolutheitsansprüchen jeglicher Art. Dagegen lassen sich Sinn und Weltbejahung im Überschreiten vorgegebener Normen und Konzepte und in der Akzeptanz des Scheiterns als Bedingung menschlicher Existenz auffinden.

Zusammenfassung (Englisch)

The masters thesis ventures a comparative narratological analysis of Thomas Bernhards "Der Untergeher" and Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" aiming at clarifying the world view that is provided by these texts. Therefor it asks for their position towards the communicative and epistemological potential of language as well as its restrictions, and it looks for possible conceptualizations of meaning.In a first step, the narratological structure of both texts is explored with regard to narrative instances and the construction of fictional figures as well as the fictional setting of space and time. The communicative situation of the texts is found to be specifically indirect, unreliable and contaminated by structures of violence. Furthermore, the thesis focuses on the texts within the texts taking into account their role as selfreflexive elements. This comprises intertextual references on the one hand and intradiegetic writings (written by fictional figures) on the other. Although those texts within the texts are used in very different ways, the results of their use for the analysis of the world view of Bernhards "Der Untergeher" and Jelineks "Die Klavierspielerin" are quite similar: Language in its communicative and epistemological functions is shown as highly problematic, nevertheless the both creative as destructive act of writing is shown as essential for survival. Each kind of canonized tradition or absolutistic claim is entirely dismissed. In contrast, a sense of meaning and affirmation might be found in the transgression of norms and given concepts and in the acceptance of failure as a basic condition of human existence.