Titelaufnahme

Titel
Machtverhältnisse beim Kommunaldolmetschen : semiotische Analyse nicht-diskursiver Praktiken in gedolmetschten Interaktionen / vorgelegt von Alexandra Polic-Zotova
Verfasser/ VerfasserinPolic-Zotova, Alexandra
Begutachter / BegutachterinMonzó-Nebot, Esther
Erschienen2015
Umfang105 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Kommunaldolmetschen / Dolmetscher / Soziale Rolle / Macht / Gesprächsführung / Kommunaldolmetschen / Dolmetscher / Soziale Rolle / Macht / Gesprächsführung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-88497 Persistent Identifier (URN)
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Machtverhältnisse beim Kommunaldolmetschen [0.67 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist die Machtverhältnisse beim Community Interpreting zu untersuchen. In der vorliegenden Arbeit wird von der Hypothese ausgegangen, dass die DolmetscherInnen im Community Interpreting während der gedolmetschten Interaktionen durch nicht-diskursive Handlungen Macht ausüben und dass das zur Abweichung von der Normalität der Interaktion führt. Im Anschluss an Foucault's Ansichten über Disziplin, Normalisierung und Diskurs wird eine semiotische Analyse der nicht-diskursiven Praktiken durchgeführt. Der Schwerpunkt der Untersuchung wird auf Mimik, Gestik und das äußere Erscheinungsbild der DolmetscherInnen gelegt, sowie auch auf das räumliche Verhalten während der gedolmetschten Interaktionen. Mithilfe der Methode der wissenschaftlichen Beobachtung wurden die nonverbalen Signale der DolmetscherInnen untersucht und in Protokollen festgehalten. Die Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Dolmetscherinnen mithilfe der nicht-diskursiven Praktiken Macht ausüben, was zu einer Abweichung von der Normalität führt. Dies machen sie indem sie Illustratoren verwenden um das Gesagte zu unterstreichen, den Gesprächsfluss mit Regulatoren regeln, andere GesprächsparnerInnen mit Gesten unterbrechen und die Aufgaben der KlientInnen übernehmen. Es wurden Unterschiede zwischen den Dolmetschungen im Gesundheitswesen und bei den Behörden festgestellt. Das Vorhandensein von medizinischen Geräten im Raum und von Begleitpersonen beeinflussten das räumliche Verhalten der Dolmetscherinnen. Um die Ergebnisse dieser Arbeit verallgemeinern zu können, sind weitere Untersuchungen von gedolmetschten Interaktionen im Kommunalbereich erforderlich.

Zusammenfassung (Englisch)

This MA-thesis studies power (im)balances in Community Interpreting (CI). In CI the physical proximity of the communication partners stresses the controlling role of non-verbal behavior. It is hypothesized that the interpreters use non-discursive cues in the interpreter-mediated interactions to relocate power and impact the expected and presumed social normality. Following Foucaults views on discipline, normalization, and discourse, a semiotic analysis is conducted where non-discursive practices, relations and discourse conditions are studied. The analysis focuses on facial expressions, gestures, and on the appearance of the interpreters, as well as on the spatial behavior during the interpreter-mediated interactions. The corpus of the study consists of records taken by the researcher in real interpreted interactions. A non-participatory observation was conducted and notes were taken as to the nonverbal behavior of the interpreters. Results show that interpreters used non-discursive practices to relocate power. More specifically, they exercised power and disrupted normality by using illustrators to underline chunks of information, regulators to impact the flow of conversation, and gestures to interrupt other agents and take the leading role in filling out forms or collecting medical certificates. Differences were found in healthcare and justice-related settings as the presence of medical equipment and of other agents accompanying clients influenced the spatial behavior of the interpreters. Research in other CI interactions and settings is needed before any of these conclusions can be generalized.