Bibliographic Metadata

Title
Begründung und Reichweite der moralischen Pflicht zum Rechtsgehorsam / von Clemens Kranzler
AuthorKranzler, Clemens
CensorKoller, Peter
Published2015
Description71 Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Recht / Moral / Recht / Moral / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-88128 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
Files
Begründung und Reichweite der moralischen Pflicht zum Rechtsgehorsam [0.75 mb]
Links
Reference
Classification
Abstract (German)

Ich bin in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, unter welchen Umständen es eine moralische Pflicht gibt, rechtskonform zu handeln und wie weit eine solche moralische Pflicht reicht. Begonnen habe ich mit dem Versuch einer Definition der Moral. Eines der wesentlichen Merkmale der Moral ist meiner Meinung nach ihre materielle Universalisierbarkeit. Die Moral kann demnach nur dann ihre eigentliche Aufgabe - und zwar die gesellschaftliche Ordnung zu schützen - erfüllen, wenn sie von jeder Person als erwünscht angesehen werden kann. Doch ist - und davon gehe ich in dieser Arbeit aus - der Mensch oft zu sehr von seiner eigenen Meinung überzeugt, um auch die der anderen zu akzeptieren. Eine außermoralische Instanz ist demnach die einzige Möglichkeit, den moralischen Frieden zu sichern. Nur eine solche kann auch in Detailfragen festlegen, was als allgemein erwünscht erscheint, und dies auch durchsetzen. Ich werde daher versuchen zu erklären, warum ich der Meinung bin, dass das Recht die Aufgabe dieser außermoralischen Instanz übernehmen kann, und werde versuchen klarzustellen, welche nähere rechtliche Ausgestaltung dafür notwendig ist. Danach wende ich mich der Frage nach der moralischen Verpflichtung zu, und versuche zu erklären unter welchen Voraussetzungen man - aus moralischen Gründen - an das Gesetz gebunden sein kann. Hierbei werde ich zwischen der moralischen Verpflichtung durch selbstgewollten Zwang und der Verpflichtung aus Vernunft unterscheiden. Am Ende dieser Arbeit werde ich untersuchen, ob man in einem einigermaßen gerechten Staat nur in solch einem kann es überhaupt eine moralische Pflicht zum Rechtsgehorsam geben auch moralisch verpflichtet ist, sich an „unmoralisches“ Recht zu halten.

Abstract (English)

In this thesis I have tried to examine the question, under which circumstances a moral obligation to obey the law exists, and how far this moral obligation reaches. I started with an attempt of defining the sense of morality. In my opinion, its universal applicability is one of the essential characteristics. Therefore, morality can only serve its purpose namely, to protect the social order if being regarded by everyone as desirable. Nevertheless I presume that humans in general are too convinced of their own opinion and hence unable to accept others. An institution, beyond morality, is therefore the only solution to secure the moral peace. Only such an institution can specify in detail what generally appears as desirable and enforce it. Therefore, I will try to explain why the law can take over responsibilities for this task and clarify how it must be designed to do so. Then, I am going to answer the question under which conditions men are bound morally to obey the law. In this connection I will distinguish between the moral obligation resulting from self-imposed compulsion and the commitment by reason. At the end of this thesis I will attempt to examine whether men are also bound morally to obey immoral law or not.