Titelaufnahme

Titel
Die Stereotypisierung der Jüdin im Wiener Fin de Siècle / vorgelegt von Angelika Christina Zuber
Verfasser/ VerfasserinZuber, Angelika Christina
Begutachter / BegutachterinHödl Klaus
Erschienen2015
Umfang113 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND) Die Welt <Zeitschrift, Wien, 1897-1914> / Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift / Ost und West <Zeitschrift, Berlin, 1901-1923> / Kikeriki <Zeitschrift, Wien, 1861-1933> / Berichterstattung / Jüdin / Stereotyp / Zeitschrift / Berichterstattung / Jüdin / Stereotyp / Geschichte 1895-1914 / Die Welt <Zeitschrift, Wien, 1897-1914> / Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift / Ost und West <Zeitschrift, Berlin, 1901-1923> / Kikeriki <Zeitschrift, Wien, 1861-1933> / Berichterstattung / Jüdin / Stereotyp / Online-Ressource / Zeitschrift / Berichterstattung / Jüdin / Stereotyp / Geschichte 1895-1914 / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-87248 Persistent Identifier (URN)
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Die Stereotypisierung der Jüdin im Wiener Fin de Siècle [1.69 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Stereotype der Jüdin, wie sie sich in ausgewählten Zeitschriften des Fin de Siècle finden darzustellen, eventuelle Parallelen zum antisemitischen Diskurs herauszuarbeiten und die Forderungen aufzuzeigen, mit denen sich die Jüdin konfrontiert sah. Als Grundlage dazu wurden drei jüdische Zeitungen („Die Welt“, „Dr. Blochs Österreichische Wochenschrift“ und „Ost und West“) und eine antisemitisch-geprägte Zeitschrift („Kikeriki“) im Zeitraum von 1895 bis 1914 auszugsweise untersucht. Grundsätzlich können die Vorstellungen von der jüdischen Frau in drei grobe Gruppen eingeteilt werden. Am Häufigsten findet sich das Stereotyp der jüdischen Mutter wieder, teils als lobende Darstellung der mütterlichen Eigenschaften jüdischer Frauen, vielfach aber auch in Form von Postulaten, wie die Mutter idealerweise zu sein habe. Als weiteres Bild werden die Eigenständigkeit, das Selbstbewusstsein und die Pionierleistung der jüdischen Frau sowohl innerhalb der Frauenbewegung, dem Bildungswesen aber auch im philanthropischen Bereich artikuliert. Als Gegenpol zu diesen durchaus positiven Bildern kann das Stereotyp der egozentrischen, das ganze Judentum gefährdenden Assimilantin gesehen werden. Der assimilationsbestrebten, sich vom Judentum abwendenden Frau werden Oberflächlichkeit, Genusssucht und ein Hang zu übertriebenen Schmuck unterstellt, was mit der antisemitischen Illustration der Jüdin korreliert. Allgemein scheint die Intension der Darstellungen und Aufforderungen jüdischer Autoren und Autorinnen darin zu liegen, die perfekte Jüdin zu kreieren, welche der Tradition treu bleibt, den Kinder das kulturelle und/oder religiöse Judentum näher bringt und sich mit Selbstständigkeit, Fleiß und Herzblut für das Wohl des gesamten jüdischen Volkes einsetzt.

Zusammenfassung (Englisch)

This paper should demonstrate the stereotypes of Jewish women in Fin de Siècle Vienna, which were presented in newspapers at the turn of the century. The research was focused on the contemporary perception of Jewish women, the postulations addressed to them as well as on the comparison of Jewish and anti-Semitic points of view. These topics were examined on the basis of a selection of articles in three Jewish Newspapers (“Die Welt”, “Dr. Blochs Österreichische Wochenschrift” and “Ost und West”) and one anti-Semitic caricature-newspaper (“Kikeriki”). In principle the analysis of the sources detects three different stereotypes of the Jewish Woman. A very present imagination, which is often accompanied by requesting lectures is the “truly Jewish mother”. The woman, as the educator of the next generation has the obligation to give her children an understanding of Jewishness to secure the future of the whole Judaism. Next to that very bourgeois perspective of gender roles, the Jewess is also described as independent and self-conscious, above-average active in womens movement and philanthropic organisations. In contrast to this mostly positive images, the stereotype of the egocentric, superficial and highly assimilated Jewess can be determined. In this case the woman rejects her Jewishness and endangers the future of the whole Jewish people by refusing to educate her children in a Jewish sense. In this illustration of the hedonistic Jewess and her liability to exaggerated jewellery, Jewish discourse resembles anti-Semitic stereotypes. In general most of the articles in the Jewish press have the intention to create a perfect Jewess, who remains true to religious or cultural Judaism, educates her children appropriately, acts altruistic and campaigns for the welfare of Jewish society.