Titelaufnahme

Titel
Die Historische Rechtsschule in Österreich / eingereicht von: Tanja Picker
Verfasser/ VerfasserinPicker, Tanja
Begutachter / BegutachterinWesener, Gunter
Erschienen2015
UmfangII, 64 Bl., Bl. II - XI : Zsfassung (1 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Historische Rechtsschule / Österreich / Historische Rechtsschule / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-87209 Persistent Identifier (URN)
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Die Historische Rechtsschule in Österreich [0.7 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Historischen Rechtsschule in Österreich. Sie war die Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts, die nicht nur die Rechtsgeschichte sondern auch unser Wissenschaftsbild, wie wir es heute kennen maßgeblich geprägt hat. Die Schule war keine Bildungseinrichtung sondern ein bestimmtes Rechtsdenken, die ihr Ziel darin sah alle Perioden der Rechtsgeschichte zu erforschen. Ihre Wurzeln hatte die Schule bei Montesquieu und bei Herder, bei den Göttinger Juristen Reitemeier und Hugo sowie im deutschen Idealismus. Friedrich Carl von Savigny, einer der Begründer der Historischen Schule, führte die historisch-systematische Methode ein und damit verbunden, kam es zur Abkehr von den naturrechtlichen Grundsätzen und Arbeitsweisen. In Österreich war es vornehmlich Graf Leo Thun-Hohenstein und sein Helfer Joseph Unger, die die Historische Schule dem Naturrecht und der Exegetischen Schule entgegenstellten. Es folgte eine Personal- und Studienreform, die den Rechtsunterricht und die Rechtswissenschaft in Österreich umgestaltete. Einer der Gründe warum die Historische Schule immer mehr an Bedeutung in Österreich gewann, waren ihre zahlreichen Anhänger und Vertreter, die Wichtigsten haben in Kurzbiographien in der Arbeit Erwähnung gefunden. Schließlich führte dieses Vorgehen, das auch als „Rezeptionsvorgang“ bezeichnet wurde zur Wiedereingliederung der österreichischen Rechtswissenschaft in die gemeindeutsche. Die Arbeit nimmt weiters Bezug auf den Kodifikationsstreit zwischen Thibaut und Savigny und die damit verbundene Zweitteilung in Romanisten und Germanisten. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Überblick über die Kritik der Historischen Rechtsschule am österreichischen ABGB.

Zusammenfassung (Englisch)

The following thesis deals with the Historical School of Law in Austria which was the jurisprudence of the 19th century. It had a significant impact not solely on the history of law, but also on the present image of legal science. However, this school must not be understood as an educational institution but as a specific legal thinking which aims to explore every period of legal history. The School emerged from Montesquieu and Herder, Reitemeier and Hugo as well as from German idealism. Friedrich Carl von Savigny, who was one of the founders of the Historical School introduced the historical and systematic method which triggered a change of mind concerning natural law principles and functions. In Austria, Graf Leo Thun-Hohenstein and his assistant Joseph Unger were primarily responsible for opposing the Historical School to the natural law and the exegetical school. The result was a personal and academic reform that transformed the legal education and jurisprudence in Austria. One of the reasons why the Historical School has gained more and more importance in Austria was the significant number of followers and representatives, who will be mentioned in short biographies. Eventually, this approach, which was also known as a "reception process", led to the reintegration of the Austrian law into the German jurisprudence. In addition, this thesis puts an emphasis on the historical dispute between Anton Friedrich Justus Thibaut und Carl Friedrich von Savigny about the codification and separation into Romanists and Germanists connected to it. To bring this thesis to a conclusion, the last chapter refers to the Critique of Historical School about the Austrian ABGB.