Titelaufnahme

Titel
Politische Aspekte des Eisenbahnbaues in Südosteuropa vor 1914 / Martin Smoliner
Verfasser/ VerfasserinSmoliner, Martin
Begutachter / BegutachterinBieber, David Florian
Erschienen2015
UmfangVI, 162 S. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich-Ungarn / Eisenbahnbau / Südosteuropa / Österreich-Ungarn / Eisenbahnbau / Südosteuropa / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-86919 Persistent Identifier (URN)
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Politische Aspekte des Eisenbahnbaues in Südosteuropa vor 1914 [39.13 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Nach der Niederlage im Deutschen Krieg richtete sich der außenpolitische Fokus der Habsburger Monarchie auf Südosteuropa. Mit dem Berliner Kongress wurde dort die politische Landkarte neu geordnet und Österreich-Ungarn erhielt das Mandat zur Okkupation von Bosnien-Herzegowina. Dies war die Weichenstellung zum Bau eines umfangreichen Bahnnetzes in den okkupierten Provinzen und generell von internationalen Bahnverbindungen am Balkan.Dabei stellt sich die Frage welche Bedeutung Bahnprojekte zur Durchsetzung imperialistischer Interessen in Südosteuropa hatten. Der Balkan bot die einzige Expansionsmöglichkeit für Österreich-Ungarn und Eisenbahnen sollten der wirtschaftlichen und strategischen Erschließung des Balkans dienen. Weiters soll geklärt werden inwieweit das Schmalspurnetz in Bosnien-Herzegowina Teil des Industrialisierungsprogrammes war bzw. zur militärischen Absicherung der Habsburger Monarchie am Balkan beitrug.Die Fragestellungen sollen im Sinne der Imperialismus- bzw. Modernisierungstheorie diskutiert werden. Die Literaturrecherche deckt aktuelle und zeitgenössische Sekundärquellen ab. Ergänzend wurden im Staatsarchiv in Wien und im Nationalarchiv in Sarajevo Primärquellen gesichtet.Zusammenfassend kann gezeigt werden, dass Österreich-Ungarn mit der Planung und Errichtung von Bahnen bewusst wirtschaftsimperialistische Ziele am Balkan verfolgte. Sämtliche Bahnprojekte zur Verbindung der Habsburger Monarchie mit dem Osmanischen Reich über Bosnien blieben jedoch erfolglos. Zeitnot und Geldmangel waren ausschlaggebend für die Wahl der Schmalspur in Bosnien, die beim weiteren Ausbau des Netzes beibehalten wurde. Die eingeschränkten finanziellen Ressourcen, der ständige Interessenskonflikt zwischen Österreich und Ungarn, sowie deren außenpolitische und militärische Interessen verhinderten die Errichtung eines Bahnnetzes, das den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Landes entsprach.

Zusammenfassung (Englisch)

After the defeat in the German War the Habsburg Empire focussed its external policies on South-Eastern-Europe. The Congress of Berlin rearranged the political map of this region and gave the mandate of occupying Bosnia and Herzegovina to Austria-Hungary. This led to the construction of an extensive railway network in the occupied provinces as well as international railway links to the Balkans.The importance of these railway projects on the imperialistic interests in South Eastern Europe is discussed. Only in the Balkans Austria-Hungary had the chance of territorial and political extension and railways should guarantee the economic and strategic opening of the Balkans. Furthermore it is questioned whether the narrow-gauge-network in Bosnia-Herzegovina was part of the industrialization and modernization programme or if it functioned as a military defence of the Habsburg Empire.These questions be discussed in the context of the imperialism and modernisation theory. Latest literature was used as well historical sources. In addition primary sources were investigated in the State Archives in Vienna as well as in the National Archives in Sarajevo.In conclusion it can be shown that by planning and constructing railways, Austria-Hungary intentionally pursed economic-imperialistic goals in the Balkans. However, every single railway project linking the Habsburg Empire to the Ottoman Empire failed. Due to the lack of time and money a narrow-gauge-network in Bosnia was established and maintained for the construction of further routes. The limited financial resources, the constant conflict between Austria and Hungary as well as external policies and military interests prevented the construction of a network fitting the country`s economic needs.