Titelaufnahme

Titel
Gemeinwesenarbeit - eine Chance für benachteiligte/benachteiligende Quartiere? / Florian Spreitzer
Verfasser/ VerfasserinSpreitzer, Florian
Begutachter / BegutachterinHaring, Sabine
Erschienen2015
Umfang119 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Gemeinwesenarbeit / Gemeinwesenarbeit / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-86417 Persistent Identifier (URN)
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Gemeinwesenarbeit - eine Chance für benachteiligte/benachteiligende Quartiere? [2.23 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Benachteiligte Quartiere und ihre negativen Auswirkungen auf das Zusammenleben und die persönliche Lebensführung sind eines der städtischen Hauptprobleme der Gegenwart. Nach Klärung der Frage, welche Entwicklungen für das Entstehen solcher ausschlaggebend waren, geraten die Dynamiken des Zusammenlebens in den Fokus. Da sich die Bewohner_innen solcher Quartiere hauptsächlich aus alteingesessenen österreichischen Modernisierungsverlierer_innen auf der einen Seite und Familien mit Migrationshintergrund auf der anderen Seite zusammensetzen, stehen Statuskämpfe, Abgrenzungsprozesse und Entsolidarisierung an der Tagesordnung. Der Kampf um weniger werdende soziale Ressourcen verhindert so ein konstruktives Aushandeln eines harmonischen Zusammenlebens. Einen interessanten und vielversprechenden Ansatzpunkt, diesen Prozess abzuschwächen, stellt die Gemeinwesenarbeit dar. Über verschiedene Maßnahmen der Aktivierung der Bewohner_innen und das Vernetzen der lokalen Akteur_innen, so die theoretischen Annahmen, können Kommunikationskanäle geöffnet und Handlungsspielräume geschaffen werden. Mittels teilnehmender Beobachtungen im Rahmen der Siedlungsbetreuung eines Grazer Übertragungswohnbaus wurde versucht, die dominierenden Konfliktpotenziale des Quartiers herauszuarbeiten, um in weiterer Folge die Methoden der Gemeinwesenarbeit dahingehend zu prüfen, inwiefern sie tatsächlich Austausch befördern, die Konflikte beseitigen und die Lebensqualität verbessern können. Neben Generationen- und ethnischen Konflikten waren vor allem die in vielen Einzelgesprächen herausgefilterten Prozesse der sozialen Kontrolle innerhalb der alteingesessenen Gruppe von großer Bedeutung für das Verständnis des Feldes. Während der einjährigen Feldforschungsphase konnte gezeigt werden, dass Gemeinwesenarbeit in der Lage ist, in kleinen Etappen Verbesserungen zu erzielen, der Prozess jedoch noch lange nicht abgeschlossen ist.

Zusammenfassung (Englisch)

Socially deprived neighbourhoods and their adverse effects on cohabitation and personal ways of living are among the biggest urban problems of the present age. To begin with, this thesis describes the urban developments in which deprived neighbourhoods originated. The bulk of the thesis focuses on the dynamics of cohabitation and one possible way of intervention, viz., community organizing, which is discussed through a case study. The latter denotes a bundle of measures which contains at its core empowerment and networking of local actors which, the theory goes, serve to open up communication channels and scopes of action. The residents of these neighbourhoods consist to a large part of old-established austrian modernisation losers and migrant families. Consequently, status struggles and boundary work dominate daily activities. The struggle for declining social resources prevents constructive dialogue towards harmonious cohabitation. For a period of one year, field work was conducted in a public housing project. The aim was to describe predominant conflict potentials and to establish the extent to which community organization can promote exchange, reduce conflicts and enhance the residents‘ quality of life. Through one-on-one conversations with residents, social control within the old-established group could be identified as the biggest obstacle for cohabitation next to ethnic and generation conflicts. The upshot is that while community organization can improve communal life, it would require longer periods of continual intervention to foster profound structural change.