Titelaufnahme

Titel
Die Notizentechnik blinder DolmetscherInnen beim Konsekutivdolmetschen / vorgelegt von Daniela Dold
Verfasser/ VerfasserinDold, Daniela
Begutachter / BegutachterinStachl-Peier, Ursula
Erschienen2015
Umfang158 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Blinder / Dolmetscher / Konsekutivdolmetschen / Notiz / Blinder / Dolmetscher / Konsekutivdolmetschen / Notiz / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-85290 Persistent Identifier (URN)
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Die Notizentechnik blinder DolmetscherInnen beim Konsekutivdolmetschen [1.13 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Notizentechnik blinder KonsekutivdolmetscherInnen. Ihr Ziel ist es, zu untersuchen, welche Notationsstrategien blinde DolmetscherInnen einsetzen und inwiefern sich diese von den Empfehlungen diverser präskriptiver Ansätze und den in empirischen Studien nachgewiesenen Strategien sehender DolmetscherInnen unterscheiden. Dabei wurde von den Hypothesen ausgegangen, dass blinde DolmetscherInnen am häufigsten braillebasierte Notationssysteme verwenden, dass sich ihre Notationsstrategien je nach den eingesetzten Hilfsmitteln zum Teil unterscheiden, und dass sie ihrem Gedächtnis eine große Bedeutung bei der Kompensation ihrer blindheitsbedingten Einschränkungen beimessen. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden leitfadengestützte Experteninterviews mit neun blinden DolmetscherInnen durchgeführt, die mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden. Darüber hinaus wurden die Konsekutivdolmetschungen und Notizen von drei blinden DolmetscherInnen analysiert. Die Ergebnisse dieser Arbeit bestätigen, dass die meisten Befragten die Brailleschrift zur Notation einsetzen, und dass sie je nach dem verwendeten Hilfsmittel zum Teil unterschiedliche Notationsstrategien anwenden. Zudem stellte sich heraus, dass die Notizen blinder DolmetscherInnen in vielerlei Hinsicht den Forderungen aus der Fachliteratur entsprechen. Zu Abweichungen kam es in jenen Bereichen, die für blinde DolmetscherInnen technisch nicht umsetzbar sind, also bei der Verwendung von piktographischen Zeichen und einer klaren Struktur der Notizen auf dem Notizblatt zur leichteren visuellen Erfassung. Die DolmetscherInnen gaben jedoch an, diese Defizite durch entsprechende Abkürzungen und Visualisierung im Kopf ausgleichen zu können. Die Rolle des Gedächtnisses als Kompensationsstrategie wurde von den meisten Befragten ebenfalls als sehr groß eingeschätzt.

Zusammenfassung (Englisch)

This MA thesis discusses the note-taking techniques used by blind interpreters in consecutive interpreting. Its aim is to find out which note-taking strategies are used by blind interpreters and to what extent these strategies differ from prescriptive guides and textbooks on note-taking and from the results of empirical studies carried out with sighted interpreters. The main hypotheses are that most blind interpreters use braille-based note-taking systems and that their note-taking strategies vary somewhat depending on the type of assistive technology they use. Furthermore, it was assumed that blind interpreters think they need to rely more on their memory in order to compensate for their blindness. To answer these research questions, semi-structured expert interviews with nine blind interpreters were conducted and subsequently analyzed using Mayrings qualitative content analysis. Additionally, the notes and consecutive interpretations of three blind interpreters were examined. The results of these analyses confirm that most interviewees use braille for note-taking and that their note-taking strategies differ somewhat depending on the assistive technology used. Furthermore, many of the note-taking strategies described by blind interpreters were found to be in line with the recommendations in the literature on note-taking, although some differences were detected with regard to techniques that are not supported by assistive technologies for the blind. These include the use of pictographic symbols and of the layout of the notes on the page to illustrate the structure of a speech. However, the interviewees pointed out that they could overcome these limitations by using abbreviations and by visualizing scenes in their mind. Most of them also felt that the limitations of their assistive technologies led them to rely more on their memory than sighted interpreters.