Titelaufnahme

Titel
Ekel- und Angstinduktion durch das Spielen von Theaterszenen und deren Auswirkungen auf das moralische Urteil / Katharina Flick
Verfasser/ VerfasserinFlick, Katharina
Begutachter / BegutachterinSchienle, Anne
Erschienen2015
Umfang107 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Moralisches Urteil / Ekel / Moralisches Urteil / Ekel / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-84865 Persistent Identifier (URN)
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Ekel- und Angstinduktion durch das Spielen von Theaterszenen und deren Auswirkungen auf das moralische Urteil [1.89 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Neuere Forschungsergebnisse geben Hinweise darauf, dass aktuelle moralische Urteile nicht allein auf Kognitionen basieren, wie lange angenommen, sondern dass Emotionen, vor allem die Emotion Ekel einen starken Einfluss auf die Strenge dieser Urteile hat. Die vorliegende Untersuchung ist Teil einer Gesamtuntersuchung, die das Ziel hatte, den Einfluss von Ekel und Angst auf aktuelle moralische Urteile näher zu beleuchten. Dazu wurde erstmals eine Emotionsinduktionstechnik benutzt, bei der Probandinnen vorgelesene Situationen, die entweder mit Angst oder Ekel assoziiert waren, schauspielerisch nachstellen sollten. Dabei trafen zwischen drei und fünf theater- unerfahrene Frauen, die eine sich ekelnde oder fürchtende Person spielten, auf eine Frau, die eine eklige Ratte, oder einen beängstigenden Hund spielte. Die Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe füllten alle Fragebögen online aus. Die in dieser Arbeit untersuchte Stichprobe der Tiere und Kontrollgruppe, umfasste 42 Frauen im Alter von 18 bis 51 Jahren (M= 23.83, SD=5.587), die zu je 14 Personen in die Ekel-, Angst- und Kontrollbedingung eingeteilt waren. Es wurden die ausgelösten Emotionen, sowie die Persönlichkeitseigenschaften Ängstlichkeit, Ekelempfindlichkeit und moralisches Empfinden auf Persönlichkeitsebene mit dem aktuellen moralischen Empfinden der Frauen in Verbindung gebracht. Bei den Frauen der Ratten-Gruppe wurde schwacher Ekel ausgelöst, während die Frauen der Hunde-Gruppe keine Angst empfanden. Es zeigte sich außerdem kein Zusammenhang zwischen dem empfundenen Ekel oder der Angst der Probandinnen und der Strenge ihrer aktuellen moralischen Urteile. Erhöhte Ekelempfindlichkeit, geringes Alter sowie erhöhte Schamwerte führten jedoch zu strengeren aktuellen moralischen Urteilen. Außerdem hing erhöhte Ekelempfindlichkeit mit erhöhten Werten im moralischen Empfinden auf Persönlichkeitsebene zusammen.

Zusammenfassung (Englisch)

Latest empirical findings suggest that moral decisions are not only based on cognitions, as it was suggested for a long time, but that emotions, especially disgust, have a strong influence on moral decisions. This study was part of a larger study with the goal to analyze the influence of disgust and fear on moral decisions. For this purpose, a special technique to induce emotions was used for the first time. Study participants acted out situations that where either related to disgust or fear. In such a test situation, three to five women without experience in the field of acting played a person in a scene together with a woman who took the role of a disgusting rat in the disgust condition, or a frightening dog in the fear condition. The participants of the control condition filled in all questionnaires online. This thesis talks about the results associated with the actresses of the disgusting or frightening animals and the control group. The sample tested consists of 42 women aged 18 to 52 years (M= 23.83, SD=5.587), with the disgust, fear and control group each consisting of 14 people. The emotions as well as several personality traits anxiety trait, disgust sensitivity and moral trait were related to the moral state. The women in the rat group felt disgusted, but the women in the dog group felt no fear. The results showed no relation between the emotions of disgust and fear felt by the participants and the severity of their moral judgments. However, higher disgust sensitivity, a younger age and higher scores in shame led to more rigid moral judgments in the moral state. Furthermore, a connection between high scores in disgust sensitivity and high scores in moral trait was found.