Titelaufnahme

Titel
Kriminelle Psychopathie und interpersonale Distanz : eine fMRT-Untersuchung / Carina Maria Pleva
Verfasser/ VerfasserinPleva, Carina Maria
Begutachter / BegutachterinSchienle, Anne
Erschienen2015
Umfang125 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Psychopathie / Kriminalität / Mimik / Funktionelle Kernspintomografie / Psychopathie / Kriminalität / Mimik / Funktionelle Kernspintomografie / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-84755 Persistent Identifier (URN)
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Kriminelle Psychopathie und interpersonale Distanz [1.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: In der Vergangenheit hat sich ein Zusammenhang von Psychopathie, straffälligem Verhalten und der bevorzugten Distanz sowohl behavioral als auch neuronal gezeigt. Die bevorzugte interpersonale Distanz variiert in Abhängigkeit von der Ausprägung in psychopathischen Merkmalen und dem straffälligen Hintergrund. Ergebnisse weisen zudem auf eine unterschiedliche neuronale Verarbeitung hin. Anhand sich annähernd und statisch dargebotener neutraler männlicher und weiblicher Gesichtsausdrücke sollte ein Einfluss des Posergeschlechts untersucht werden.Methode: Untersucht wurden 18 männliche Langzeitstraftäter der Justizanstalt Graz Karlau mit sogenannten „Hands-on“-Delikten in der Vergangenheit sowie 18 nach Alter und Ausbildung parallelisierte, nicht straffällige männliche Kontrollen zwischen 19 und 52 Jahren hinsichtlich ihres affektiven Erlebens und ihrer neuronalen Aktivierungen bei der Betrachtung sich annähernder oder statischer Gesichtsausdrücke. Durchgeführt wurde diese Untersuchung mittels funktioneller Magnetresonanztomographie sowie anhand einer Psychopathie-Checkliste und dem SilhouettenTest zur Erfassung der bevorzugten interpersonalen Distanz.Ergebnisse: Die Straftäter zeigten eine stärkere Aktivierung im OFC bei sich annähernden männlichen im Vergleich zu statischen weiblichen Gesichtsausdrücken. Zudem konnte eine allgemein höhere Aktivierung frontaler Areale bei sich annähernden im Vergleich zu statischen Gesichtsausdrücken gefunden werden. Des Weiteren zeigte sich eine generell größere bevorzugte Distanz zu Männern als zu Frauen.Diskussion: Die Ergebnisse deuten auf eine Divergenz von Selbstbericht und neuronalen Korrelaten hin. In der Interaktion Gruppe x Bedingung x Geschlecht des Posers zeigte sich ein Unterschied zwischen Straftätern und Kontrollpersonen. Weiterführende Studien sollten sowohl eine weibliche Stichprobe einbeziehen als auch erst kurzzeitig inhaftierte Straftäter.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: In previous research there has been detected a connection between psychopathy, criminal behavior and the preferred social distance concerning the behavior as well as respective neural correlates. There has been shown a variation of the preferred social distance dependent on the peculiarity of psychopathic traits and also on criminal behavior in the past. Additionally the results indicate a divergence in neural processing. This study investigated the impact of posers sex by presenting approaching and static neu-tral male and female faces to offenders as well as non-criminal controls.Method: 18 male long-term inmates having committed so called „Hands-on“-crimes in the past were compared to 18 for age and education matched non-criminal male controls aged from 19 to 52 years and tested concerning their subjective affective experience and their underlying neural activity when being presented approaching and static faces. This was measured with functional Magnetic Resonance Imaging (fMRI) as well as with a psychopathy checklist and the Silhouettes - Test interrogating the preferred interpersonal distance.Results: The offenders showed a significant stronger activity in the orbitofrontal cortex (OFC) when looking at male approaching faces in comparison to female static faces. In addition a higher activation in frontal areas were found when looking at approaching faces compared to static ones. Also significantly longer interpersonal distances were preferred to men than to women.Discussion: The results suggest a divergence between self-reports and neural correlates. No gen-eral group differences could be detected, only the significant interaction group x motion x sex of poser showed differences between offenders and controls. Future studies in this field should con-sider a female sample as well as a sample with short-term inmates to receive stronger group ef-fects.