Titelaufnahme

Titel
Esse est deus : Meister Eckhart: Vernunft und Glaube im Lichte der Subjektivität / vorgelegt von Harald Leeb
Verfasser/ VerfasserinLeeb, Harald
Begutachter / BegutachterinBerger, Harald
Erschienen2015
Umfang111 S. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Eckhart <Meister> / Metaphysik / Eckhart <Meister> / Metaphysik / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-84299 Persistent Identifier (URN)
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Esse est deus [0.83 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit soll zeigen, dass zumindest eine Annäherung an Eckharts Metaphysik notwendig ist, um sein Konzept der praktischen Vernunft und seinen aufklärerischen Geist nachvollziehen zu können. Der Begriff „Leben“ bedeutet mit Eckhart nicht Probleme zu lösen, sondern Wirklichkeit unmittelbar zu leben und zu erfahren. Eckharts Scharfsinn und philosophisches Talent wird in einer spitzfindigen und inhaltsreichen Philosophie der Subjektivität bzw. des Bewusstseins verarbeitet. Sie führt zu einem Bewusstsein von Spiritualität im Alltag. Eine Spiritualität, die nicht abhebt, sondern bodenständig bleibt und dabei zeigt, dass Spiritualität unmittelbar nüchtern erfahrbar ist. Eckhart ist ein lebendiger Gegensatz zu seinem Zeitgenossen und Ordensbruder Thomas von Aquin, dem strengen Systematiker, dem kühlen Denker und Zweifler, und somit eine erleuchtende Ergänzung. Diese Lebendigkeit zeigt sich insbesondere in seinem Denken, ob in deutscher oder lateinischer Sprache. Wirklichkeit ist für Eckhart immer auch Beweglichkeit und sinnlich erfahrbar, dieses zeigt und drückt sich auch in seiner Sprache aus. Durch das sinnlich-sein ist der Mensch immer schon sinnerfüllt. Eckharts Denken zielt darauf ab, den damals vorherrschenden christlichen Formalismus zu überwinden und die christliche Offenbarung auf den Boden zu bringen. Ihm war es ein Anliegen, die Weisheiten über Sein und Welt für den Mensch zugänglich zu machen und dadurch einen Weg des Glaubens freizulegen, der subjektiv und vernünftig gegangen werden kann. Er bringt die Religion von dem doch denkbaren objektiven Himmel Gottes auf den Boden. Wie die thomistische negative Theologie, nämlich, dass wir von Gott vermöge unserer so unvollkommenen Sprache positiv nichts aussagen können, weiß dies auch Eckhart. Eckhart aber geht nicht wie Thomas vom Denken zum Gegenstand, sondern vom Gegenstand zum Denken. Wobei über das Denken die Aufgabe gemeistert wird, den Gegenstand als eine innere Erfahrung zu betrachten

Zusammenfassung (Englisch)

This work is to show that at least an approach towards Eckhart's metaphysics is necessary in order to understand his concept of practical reason and the enlightened mind. The term "life" means, in accordance with Eckhart, not to solve problems, but to live and experience reality directly. Eckharts acuteness and philosophical talent show in a subtle and meaningful philosophy of subjectivity or rather consciousness. This philosophy leads to an awareness of spirituality in everyday life. A spirituality that is not losing touch, but remains down to earth and shows that spirituality can be directly experienced. Eckhart poses a strong contrast to his contemporary and friar Thomas Aquinas, the strict systematic and cool thinker and skeptic, and thus is an enlightening addition. This vitality is particularly evident in his thinking, both in German and Latin. Reality is for Eckhart always movement and sensory experience, this is also expressed in his language. By his sensuality, man is and always has been full of meaning. Eckhart's thinking aims to overcome the prevailing Christian formalism, and to bring the Christian divine revelation down to earth. It was his concern to make the pieces of wisdom concerning being and the world known to all humans; and thereby to clear a way of faith that can be walked subjectively and rationally. From a conceivable, objective heaven Eckhart brings religion down to earth. Just like the Thomistic negative theology states that we cannot say anything positive about God in our imperfect language, so believes Eckhart. But Eckhart does not begin like Thomas with the thought and ends with the subject; rather, he begins with the subject and ends with thinking. By thinking, the task to perceive of the object as an internal experience and capture it deliberately in its full size and recognize in it the divine is mastered. The meaning lies in a deeper awareness of nature. With each move consciousness arises spontaneously and directly