Titelaufnahme

Titel
Zum Widerstand gezwungen? : die Kärntner Partisanen zwischen Märtyrertum und ideologischem Fanatismus / vorgelegt von Thomas Striednig
Verfasser/ VerfasserinStriednig, Thomas
Begutachter / BegutachterinKaser, Karl
Erschienen2015
Umfang127 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Kärnten / Partisan / Nationalsozialismus / Widerstand / Geschichte 1939-1945 / Kärnten / Partisan / Nationalsozialismus / Widerstand / Geschichte 1939-1945 / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-83987 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Diplomarbeit untersucht die Widerstandsbewegungen gegen den Nationalsozialismus, die in Kärnten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs existierten. Die größte dieser Widerstandsbewegungen, die vom Gebiet des ehemaligen Jugoslawien aus geführte Osvobodilna Fronta, steht dabei im Zentrum der Untersuchungen. In der Nachkriegszeit wurde immer wieder behauptet, dass die Kärntner PartisanInnen in den Reihen der Osvobodilna Fronta für den Kommunismus und für einen Anschluss Südkärntens an Jugoslawien gekämpft hätten. Diese Behauptung wird in der Arbeit hinterfragt und widerlegt. Zusätzlich werden auch andere Widerstandsbewegungen in Betracht gezogen und deren Bedeutung für den Widerstand analysiert. Dabei werden die Gründe für das Auflehnen einzelner Bevölkerungsschichten gegen die nationalsozialistischen Machthaber untersucht. Diese reichten von grundsätzlichen ideologischen Gegensätzen bis hin zur erzwungenen Auflehnung, da diese das letzte Mittel zur Verhinderung der Vertreibung oder Vernichtung einer ethnischen Minderheit, den Kärntner SlowenInnen, bot. Zu diesem Zwecke wird die zum Thema vorhandene Wissenschaftsliteratur mit Erinnerungsliteratur und narrativen Interviews ehemaliger WiderstandskämpferInnen verglichen und ergänzt. Dabei zeigt sich, dass der bewaffnete Widerstand in Kärnten, der größere quantitative Maßnahmen erreichte als in jedem anderen österreichischen Bundesland, auf Entwicklungen zurückgeht, die sich bereits vor dem sogenannten „Anschluss“ ergeben haben. Der Nationalismus, der Kärntner Abwehrkampf und die Volksabstimmung von 1920 haben die Bevölkerung Kärntens in zwei Gruppen geteilt. Während eine den Nationalsozialismus teils fanatisch befürwortete, wurde die andere durch die NS-Politik von Beginn an unterdrückt. Die Widerstandsbewegungen setzten sich aus Menschen zusammen, die unter dieser Unterdrückung zu leiden hatten oder das Leid ihrer MitbürgerInnen nicht tatenlos mitansehen konnten.

Zusammenfassung (Englisch)

The paper investigates the resistance against National Socialism in the Austrian province Carinthia during World War II. The largest resistance group, the so-called Osvobodilna Fronta, which originated in Yugoslavia, is at the center of the investigations. Claims were put forward in the post-war period that the Carinthian partisans of the Osvobodilna Fronta had been fighting for a spread of Communism and the annexation of Southern Carinthia to Yugoslavia. Those claims are questioned and refuted in the paper. Additionally other resistance movements are also taken into account and their importance for the resistance during World War II is being analyzed. In that process the general causes for taking up opposition against National Socialist rulers are analyzed. Those causes range from natural ideological opposition against right-wing politics to forced resistance that was the last option to prevent extermination or displacement of an ethnic minority, the Carinthian Slovenes. In order to present the causes and resistance groups, the existing scientific literature, which forms the body of the paper, is compared and complemented with autobiographies and narrative interviews of former resistance fighters. The results of the investigation show that the armed resistance movement in Carinthia consisted of more members than the resistance movements in other regions of Austria. The reason for that is based on developments within the Carinthian society that took place before the so-called “Anschluss”, the German annexation of Austria in 1938, happened. The upcoming nationalism, the “Carinthian War of Defence” and the plebiscite from 1920 had split the population of the province into two groups. While one group supported Nationalsocialism, the other one was oppressed by Nazi politics. The resistance movement consisted of people who were either suffering from this oppression or who did not want to watch their fellow citizens suffer and therefore resorted to action.