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Title
Die Zulassung der Revision an den Verwaltungsgerichtshof im Abgabenverfahren : der OGH und BFH als Inspiration? / eingereicht von Bernadette Tschiggerl
AuthorTschiggerl, Bernadette
CensorEhrke-Rabel, Kerstin Tina
Published2015
DescriptionIX, 89 Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Österreich / Verwaltungsgerichtshof / Revision / Besteuerungsverfahren / Österreich / Verwaltungsgerichtshof / Revision / Besteuerungsverfahren / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-83789 Persistent Identifier (URN)
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Die Zulassung der Revision an den Verwaltungsgerichtshof im Abgabenverfahren [0.91 mb]
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Abstract (German)

Durch die Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 und der damit einhergehenden Schaffung der Verwaltungsgerichte ist seit 1.1.2014 das Rechtmittel gegen Erkenntnisse und Beschlüsse der LVwG und des BFG in Abgabesachen die Revision an den VwGH. Vorrangiges Ziel dieser Novelle ist es den VwGH zu entlasten. Deshalb ist der Zugang zum VwGH stark eingeschränkt. Der VwGH darf sich gem Art 133 Abs 4 B-VG nur noch mit solchen Rechtsfragen befassen, denen grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des VwGH abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des VwGH nicht einheitlich beantwortet wird. Zudem ist eine Revision ua bei nur geringen Geldstrafen absolut unzulässig. Die Rechtsprechung des OGH und des deutschen BFH, deren Zugang einer ähnlichen Beschränkung unterliegt, sollen wegweisend dafür sein, wann einer Rechtsfrage grundsätzliche Bedeutung zukommt. Dazu muss grundsätzlich die Relevanz der Entscheidung des VwGH über den Anlassfall hinausgehen und für die Klärung zukünftiger Fälle von Bedeutung sein. Dies ist nicht der Fall, wenn die Beantwortung der Rechtsfrage von den ganz besonderen Umständen des Einzelfalls abhängt. Fragen der Einzelfallgerechtigkeit können vom VwGH zur Gewährleistung der Rechtssicherheit nur noch bei groben Fehlern der VwG aufgegriffen werden, welche nach der Rsp des BFH zu willkürlichen und greifbar gesetzeswidrigen Entscheidungen führen. Eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zur Stärkung der Rechtseinheit liegt vor, wenn die bisherige Rsp des VwGH dazu uneinheitlich ist. Für die Rechtsentwicklung ist die Entscheidung über eine Rechtsfrage dann erforderlich, wenn zu dieser Rechtsfrage noch keine Rsp des VwGH vorliegt und sie sich auch sonst aus dem Gesetz und der Judikaturlinie nicht beantworten lässt.

Abstract (English)

Due to the 2012 amendment of the administrative jurisdiction the appeal to the Higher Administrative Court has been the legal remedy against findings and decisions of the Regional Courts and the Federal Finance Court in levy matters since the 1st January 2014. The main objective of this amendment has been the relief of the Higher Administrative Court.Therefore the access to the Higher Administrative Court has become very much restricted. According to article 133 paragraph 4 B-VG, the Higher Administrative Court must only be concerned with those legal questions to which fundamental importance is accorded, in particular if a finding deviates from the jurisdiction of the Higher Administrative Court, a relevant jurisdiction is missing or the legal question to be solved has not yet been consistently answered in the jurisdiction of the Higher Administrative Court. In addition, an appeal is only absolutely inadmissible in cases of low monetary fines. The jurisdiction of the Supreme Court and the German Federal Fiscal Court the access to which is similarly restricted shall be indicative of when fundamental importance is being accorded to a legal question. In that regard, the relevance of the decision of the Higher Administrative Court must generally exceed the individual case and be relevant for the clarification of future cases. This is not the case if the answer to the legal question depends on the very particular circumstances of the individual case. An exception are mistakes of the Administrative Courts which lead to wilful and concretely illegal decisions. A legal question is considered of fundamental importance to the reinforcement of legal security, if the relevant previous jurisdiction of the Higher Administrative Court has not been consistent. For the development of the law, the decision about a legal question is necessary if there is no jurisdiction of the Higher Administrative