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Title
"Ich sehe was, was du nicht siehst" : eine Studie zur Grau/Rot Farbdifferenzierung in Zusammenhang mit Ekelempfindlichkeit und Blutphobie / Lisa Maria Verdnik
AuthorVerdnik, Lisa Maria
CensorSchienle, Anne
Published2015
Description86 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst.
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Annotation
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Farbensehen / Ekel / Gefühlsempfindung / Farbensehen / Ekel / Gefühlsempfindung / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-83501 Persistent Identifier (URN)
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"Ich sehe was, was du nicht siehst" [0.4 mb]
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Abstract (German)

Die Konfrontation mit Schmutz stellt eine potenzielle Gefahr vor Kontamination dar und evoziert ein Gefühl des Ekels. Hoch-Ekelempfindliche können selbst kleinste Abweichungen von einem reinen Zustand nur schwer hinnehmen und favorisieren die hellsten Stufen im Lichtspektrum und selbst kleinste Helligkeitsunterschiede werden wahrgenommen. Blutphobiker zeigen bei Betrachtung angstauslösender Reize spezifisch physiologische Reaktionen wie Aversion, Übelkeit und Ohnmacht. Diese Reaktionen sind zwar atypische Anzeichen einer Angststörung, aber klassische Antworten auf die Konfrontation mit Ekelreizen. Die Ekelreaktion dient hier zum Schutz des Individuums vor dem Kontakt mit blutrelevanten Reizen als mögliche Überträger von Krankheiten. Die Zielsetzung vorliegender Studie war die Untersuchung von Personen mit hohen und niedrigen Ausprägungen in der Ekelempfindlichkeit und der Blutphobie in Hinblick auf die Differenzierungsleistung von Farbkontrasten der Farben Rot und Grau. Dazu wurden 101 Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren mittels einer Fragebogenuntersuchung in Extremgruppen der Merkmale Ekelempfindlichkeit und Blutphobie aufgeteilt. Anhand eines computergestützten Paradigmas bestehend aus 72 Aufgaben wurde die Differenzierungsleistung der Probandinnen festgestellt. Die Aufgabe bestand darin, für zwei gegenübergestellte Rechtecke, beide entweder in grauer oder roter Farbe, zu entscheiden, inwiefern das rechte Rechteck im Vergleich zum Linken als heller, gleich hell oder dunkler wahrgenommen wird. Außerdem wurden zwei Kontrastabstufungen von „groß“ und „klein“ definiert. Es konnte über alle Probandinnen hinweg eine bessere Leistung in der Differenzierung der Farbe Rot und bei großen Kontrasten festgestellt werden. Diese Ergebnisse ergaben sich unabhängig von den Merkmalen Ekelempfindlichkeit und Blutphobie. Ein Einfluss der Blutphobie auf die Differenzierungsleistung bei großen Kontrasten, vor allem bei roten Aufgaben, konnte jedoch festgestellt werden.

Abstract (English)

Being confronted with dirt poses a potential risk of contamination and evokes a feeling of disgust. People with a high disgust propensity can barely tolerate even the slightest deviation from cleanliness. This is why disgust propensity leads to a favouring of the brightest colours in the light spectrum and the detection of even slight differences in brightness. Hemophobics show physiological reactions such as aversion, nausea and syncope when confronted with fear-evoking stimuli. Although these reactions are atypical for anxiety disorders, they are typical responses to the confrontation with disgust stimuli. In this case the disgust reaction serves as a protection of the individual from contact with blood-relevant stimuli as potential carriers of diseases. The aim of this study was to examine people with either high or low scores on disgust propensity and hemophobia with regard to the performance of differentiation of colour contrasts of the colours red and grey. For this purpose, 101 women aged between 18 and 31 were split into extreme groups of the characteristics disgust propensity, disgust sensitivity and blood phobia. Using a computer-assisted paradigm consisting of 72 tasks, the test persons performance of differentiation was determined. The test persons were shown two squares at the same time, both either red or grey, and they had to determine in what way the right square was different to the left square, either brighter, equally bright or darker. Besides that, two contrast graduations of “high”and “low” were defined. For all test persons a better performance of differentiation of the colour red and for high contrasts could be determined. These results are independent from the features disgust propensity and hemophobia. However, an influence of blood phobia on the performance of differentiation for high contrasts, especially for red tasks, could be determined.