Titelaufnahme

Titel
Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen im Werk Thomas Glavinics / vorgelegt von Florian Dietmaier
Verfasser/ VerfasserinDietmaier, Florian
Begutachter / BegutachterinMelzer, Gerhard
Erschienen2015
Umfang149 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Glavinic, Thomas / Gedächtnis <Motiv> / Glavinic, Thomas / Gedächtnis <Motiv> / Online-Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-83434 Persistent Identifier (URN)
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Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen im Werk Thomas Glavinics [1.12 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit will zeigen, dass das Gesamtwerk Thomas Glavinics über eine spezifische Beschäftigung mit dem Themenkomplex Gedächtnis verbunden ist. Zunächst wird der elementare Zusammenhang von Zeit und Gedächtnis untersucht. In allen von Glavinics Büchern gibt es Passagen, in denen Zeit moduliert wird: Sie verlangsamt sich oder sie bleibt stehen. Die Verlangsamung macht die Zeit im Moment bewusster erlebbar, ihre Flüchtigkeit offenbar und regt somit zur Erinnerung dieses Moments an. Der Stillstand wird vor allem über die Fotografie und der ihr inhärenten Möglichkeit, Gegenwart dauerhaft speichern zu können, verhandelt. Anschließend werden Glavinics zehn bisher erschiene literarische Langtexte in Form von Einzeltextanalysen untersucht. Jeder Text, so die These, weist ein spezifisches Gedächtnisproblem auf. Der titelgebende Kameramörder wird z.B. gebeten alles, also auch seine Morde, genau aufzuschreiben, doch sein Gedächtnisprotokoll erwähnt die Morde nicht. Die Texte lassen sich dabei drei thematischen Gruppen zuordnen. In "Carl Haffners Liebe zum Unentschieden", "Herr Susi", "Wie man leben soll" und "Das bin doch ich" geht es um Probleme mit der Fama/dem Ruhm, d.h. um die bewusst von den Protagonisten forcierte Schaffung einer positiven kollektiven Erinnerung an diese Protagonisten. In "Der Kameramörder", "Lisa" und "Unterwegs im Namen des Herren" geht es um Probleme mit Medien als Träger, Zerstörer und Erretter der Erinnerung. Die drei Jonas-Romane weisen nicht nur viele stoffliche und thematische Parallelen auf, sondern ähneln sich auch in ihren Gedächtnisproblemen. Immer geht es um die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sowie zwischen Erinnern und Vergessen an der Schwelle vom Leben zum Tod.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis aims to show, that all literary works of Thomas Glavinic are connected via their specific depictions of memory. Firstly there is the fundamental relationship between time and memory. In all of Glavinic's books one can find passages, where time is modulated: Time slows down or it stops completely. The deceleration allows for a more conscious perception of time in a particular moment, which encourages and facilitates the remembering of this moment. The standstill of time is mainly depicted in scenes involving photography: A photograph has the ability to store a present moment for eternity. The second part of the analysis concerns so-called 'memory problems'. Glavinic's texts can be assigned to three thematic groups of such problems. The first group is entitled Fama, i.e. fame, and contains "Carl Haffner's Love of the Draw", "Herr Susi", "Pull Yourself Together" and "Das bin doch ich". The protagonists of these texts have in common, that they try to force the creation of a positive collective memory of themselves. The second group, entitled Media, contains "The Camera Killer", "Lisa" und "Unterwegs im Namen des Herren". These texts show the problems of media as a carrier, destroyer and rescuer of memories. The three Jonas-novels not only share thematic parallels but also have similar 'memory problems', in that they always examine the boundaries between reality and fiction as well as between remembering and forgetting at the threshold of life and death.