Titelaufnahme

Titel
Existenzielles Scheitern als Thema im literarischen Hörspiel der Nachkriegszeit / vorgelegt von Eva Bella
Verfasser/ VerfasserinBella, Eva
Begutachter / BegutachterinBartsch, Kurt
Erschienen2015
UmfangI, 144 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Deutsch / Hörspiel / Scheitern / Geschichte 1945-1955 / Deutsch / Hörspiel / Scheitern / Geschichte 1945-1955 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-81424 Persistent Identifier (URN)
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Existenzielles Scheitern als Thema im literarischen Hörspiel der Nachkriegszeit [1.24 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem existenziellen Scheitern in ausgewählten Texten literarischer Original-Hörspiele der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges. Dieser Analyseansatz wurde gewählt, da die Thematik des Scheiterns ein dominierendes Thema in den Literatur- und Kulturwissenschaften war und immer noch ist, bisher jedoch kaum auf das Genre des Hörspiels angewendet wurde. Bei dem exemplarischen Textmaterial handelt es sich um Zeitstücke. Sie zeigen das elementare Scheitern der Hörspielfiguren vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Hier wird die Annahme vorausgesetzt, dass Literatur in gewisser Weise eine Ausdrucksform der Gesellschaft ist, in der sie produziert wird. Den Ausgangspunkt für diese Betrachtung liefert daher das spezifische Daseinsgefühl in den Jahren nach Kriegsende, welches besonders in der Philosophie der Existenz seinen Ausdruck gefunden hat. Sie zeigt den modernen Menschen in einer generellen Verlassenheit, Ort- und Orientierungslosigkeit. Wie das von Innerlichkeit geprägte literarische Hörspiel, stellt auch die Existenzphilosophie individuelle Leiderfahrungen und den Versuch ihrer moralischen Bewältigung in den Mittelpunkt. Die Topoi der ,Angst (Kierkegaard), der ,Grenzsituation (Jaspers), des ,Ekels und der ‚Freiheit‘ (Sartre), und des ,Absurden und der ,Revolte (Camus) werden herangezogen, um Folgen und Ursachen der einschneidenden Krise, die die Protagonisten durchleben, zu analysieren. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen literarischer und philosophischer Konzeption werden herausgearbeitet, dabei soll der Konnex zur konkreten Realität nicht aus den Augen verloren werden.Der Existenzphilosophie wird immer wieder Pessimismus und Nihilismus vorgeworfen, doch im Grunde erlaubt sie, im unvermeidbaren Scheitern ein eindeutig lebensbejahendes Engagement an den Tag zu legen. Auch in den behandelten Hörspielen kommt die vorsichtige Hoffnung zum Ausdruck, im Scheitern nicht endgültig Schiffbruch zu erleiden.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the existential failure in chosen texts from the original radio play of World War IIs post-war period. The analytical approach was chosen as the issue of failure was and still is a dominant subject in literary and cultural studies. So far it has rarely been applied to the genre of radio drama though. The text-examples are time pieces. They point out the basic failure of the radioplay-characters in relation to the historical background. Here the supposition is made that literature is in some way an expression of the society, in which it is produced.Its the specific sense of being in the years after the war, which provides the starting point for this analysis. It has found its expression particularly in the philosophy of existence. It shows the modern human being in a general abandonment and disorientation. The literary radio play is characterized by interiority. As it does, also existentialism focuses on individual suffering experiences and the attempt to morally come to terms. Used are the expressions of ‚fear‘ "(Kierkegaard), the ‚borderline situation' (Jaspers), ‚disgust' and ‚freedom' (Sartre), the ‚absurd' and the ‚revolt' (Camus). They are consulted to analyze causes and effects of the severe crisis, faced by the protagonists. Similarities and differences between literary and philosophical concepts are brought out. In doing so the connection to concrete reality should not get out of sight. The existential philosophy is often blamed to be characterized by pessimism and nihilism. Yet is it possible to display a life-affirming commitment in the inevitable failure. Besides in the chosen radio plays the hope not to completely fail in failure is cautiously expressed.