Titelaufnahme

Titel
Weltkonfrontation und Weltdistanz : eine philologisch-kulturwissenschaftliche Untersuchung zu Friederike Mayröckers 'études' / vorgelegt von Michael Wurmitzer
Weitere Titel
Confronting and dissociating from the world : a philological and cultural studies based investigation into Friederike Mayroeckers ‚études‘
Verfasser/ VerfasserinWurmitzer, Michael
Begutachter / BegutachterinReulecke, Anne-Kathrin
Erschienen2015
Umfang116 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
SchlagwörterMayröcker, Friederike <études> / Mayröcker, Friederike <études> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-81249 Persistent Identifier (URN)
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Weltkonfrontation und Weltdistanz [1.63 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Unablässig betont Friederike Mayröcker (*1924) die Bedeutung der Außenwelt für ihr Schreiben. Wenn es in den études (2013) heißt „Bin weltabgewandt“ (S. 182) und „biszchen Unkraut das Weltgeschehen“ (S. 186), so mag dies zwar mitunter Koketterie des poetischen Ichs sein, aber auch zumindest einen Funken poetologischer Wahrheit in sich tragen. Umso begründeter durch diesen Widerspruch stellt vorliegende Untersuchung grundsätzlich die Frage: Ist die Behauptung eingangs so haltbar? Mayröckers Schreiben referiert zwar sehr wohl auf eine ‚Außenwelt‘, welche die Autorin sich sprachlich aneignet und anverwandelt, ausgeprägte und empirisch nachprüfbare Realweltreferenzen in den Texten machen dies nachvollziehbar doch ist es eine sehr selektive Weltzugewandtheit, die in Mayröckers Schreiben thematisch zum Ausdruck kommt. Wie der Titel der Arbeit, Weltkonfrontation und Weltdistanz, ankündigt, unterstelle ich dem Schreiben Mayröckers also eine Tendenz, sich von der Welt zu distanzieren, die sich in den études u.a. in der Hinwendung zu einem ‚Eigenen‘ sowie zu Kunst und ‚Natur‘ äußert und in einer Handlungsarmut bei gleichzeitig gesteigertem Maß an reflexivem bzw. retrospektivem Denken im Text niederschlägt. Vorliegende Arbeit untersucht Mayröckers Behauptung der ‚Weltzugewandtheit‘ ihres Schreibens anhand des Prosawerkes études in einer textnahen Analyse ergänzt um eine kulturwissenschaftliche Kontextualisierung mittels der Lektüre von Hannah Arendts Vita activa oder Das tätige Leben (engl. 1958) und Guy Debords Die Gesellschaft des Spektakels (frz. 1967). In Zusammenschau mit der politischen Theorie Arendts und den gesellschafts- sowie kapitalismuskritischen Bemerkungen Debords, sollen die eskapistischen Züge im Sein des poetischen Ichs der études sowohl als Flucht- wie auch als Verweigerungsstrategie und widerständisches Potential einer sich dem ‚Allgemeinen‘ entziehenden Existenz gelesen und in ihrer Pro diskutiert werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Constantly Friederike Mayröcker (*1924) argues the importance of outside world to her writing. In études (2013) she writes “Bin weltabgewandt“ (p. 182) and “biszchen Unkraut das Weltgeschehen“ (p. 186) this may be a first-person narrators coquettish remark but also provide poetologic information. Based also on that contradiction this study asks: Whats the role of outside world in Mayröckers writing? Mayröckers texts refer to an outside world, which the writer transforms into her own due to her specific constructions and use of language and also marks with real-world references of which some can be empirically varified but its, so far my thesis, a very selective turn to the world. According to that my study assumes Mayröckers text études the tendency, to keep distance to the world by turning to some kind of ‘own‘, art and nature and moreover by replacing real-life action with reflexive and/or retrospective thinking.I do that working on études in a close to the text interpetation in the context of Hannah Arendts The Human Condition (1958) and Guy Debord‘s La Société du spectacle (1967). Arendts political and Debords anti-captalistic social theories will provide the theoretical instruments to discuss the escapistic tendency in Mayröckers text as a fled as well as a refusal and subversive potential of a poetic existance struggling with general public and its conventions.

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