Titelaufnahme

Titel
Interpreting backwards : eine berufsbiographische Untersuchung von fünf Laiendolmetscher_innen in Graz / Jeffrey Wayne Hurt
Verfasser/ VerfasserinHurt, Jeffrey Wayne
Begutachter / BegutachterinGrbić, Nadja
Erschienen2015
Umfang235 S. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Kommunaldolmetschen / Laie / Dolmetscher / Biografie / Kommunaldolmetschen / Laie / Dolmetscher / Biografie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-80553 Persistent Identifier (URN)
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Interpreting backwards [2.57 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Diplomarbeit befasst sich mit Berufsbiographien von Laiendolmetscher_innen im Kommunalbereich. Sie geht von der Frage aus, welche Lebenswege die befragten Personen in diesen Beruf geführt haben. Zusätzlich werden drei Nebenfragen behandelt: (1) Welche Vorstellungen von Professionalität und Expertise haben diese Dolmetscher_innen? (2) Mit welchen Herausforderungen sind sie konfrontiert und welche Bewältigungsstrategien haben sie entwickelt? (3) Was motiviert sie, in diesem Beruf zu arbeiten? Die empirische Studie basiert auf autobiographisch-narrativ orientierten leitfadengestützten Interviews mit fünf lokalen Laiendolmetscher_innen. Die erhobenen Daten wurden anhand einer Themenanalyse nach Froschauer und Lueger (2002) ausgewertet und interpretiert. Die Untersuchung ergab, dass die Dolmetscher_innen unter Schwierigkeiten nach Österreich emigrierten bzw. flüchteten. Aufgrund dessen, dass sie schnell Deutsch erlernten, begannen sie relativ bald ehrenamtlich für Familie und Bekannte zu dolmetschen. Ihre Fähigkeiten sprachen sich herum, und in der Folge erhielten sie immer häufiger Aufträge, u.a. auch von NGOs und gegen Bezahlung. Ihre Vorstellungen von professioneller Arbeit kreisen um die Kernthemen Schweigepflicht, Vollständigkeit, Zeiteffizienz und Absolvierung einer Fachausbildung. Unter Expertise verstehen sie praktische Handlungskompetenz und systemisches Wissen. Die Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen sie im Rahmen ihrer Tätigkeit begegnen, betreffen Probleme der Abgrenzung und der Zeiteffizienz sowie zwischenmenschliche Konflikte. Diesen erfolgreich zu begegnen, erfordert den Befragten zufolge einen bestimmten Charakter ebenso wie Erfahrung. Schließlich lassen sich ihre Berufsmotivationen folgenden drei Kategorien zuordnen: pragmatische Motivationen (finanzielle Vergütung), Hilfsbereitschaft und Zielstrebigkeit (Ehrgeiz).

Zusammenfassung (Englisch)

This diploma thesis deals with occupational biographies of lay interpreters in community-based settings. The starting point is the question as to which life paths have lead the interviewed persons into this career. Three secondary questions are also addressed: (1) What ideas do these interpreters have of professionalism und expertise? (2) What challenges confront them and what coping strategies have they developed? And (3) What motivates them to remain in this occupation? The empirical study is based on autobiographical narrative oriented guided interviews that were carried out with five local lay interpreters. The collected data were assessed und interpreted by means of Froschauer und Luegers (2002) method of topic analysis. The study revealed that the interpreters emigrated or fled to Austria under difficult circumstances in their respective home countries. Because they learned German quickly, they began to interpret free of charge for family and acquaintances relatively early. Word of their skills spread quickly, and consequently they received more and more interpreting jobs for pay and from NGOs among other things. Their ideas of professional work revolve around the central topics of confidentiality, thoroughness, and time-efficiency as well as interest in formal interpreter education. They understand expertise in terms of systemic knowledge, decision-making and responsibility. The difficulties and challenges they encounter within the context of their work concern problems of drawing boundaries, time-efficiency as well as interpersonal conflicts. In order to successfully confront those issues, the interpreters maintain that one has to have a certain character as well as experience. Lastly, their occupational motivations are sorted into three categories: pragmatic motivation (financial remuneration), helpfulness and determination (ambition).