Titelaufnahme

Titel
Modalitätsbedingte Schwierigkeiten beim Dolmetschen aus der Gebärdensprache : Evaluation einer Lernmethode / vorgelegt von Isabel Graf
Verfasser/ VerfasserinGraf, Isabel
Begutachter / BegutachterinGrbić, Nadja
Erschienen2015
UmfangVI, 231 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Gehörlosigkeit / Gebärdensprache / Dolmetschen / Lerntechnik / Lernsoftware / Evaluation / Gehörlosigkeit / Gebärdensprache / Dolmetschen / Lerntechnik / Lernsoftware / Evaluation / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-80447 Persistent Identifier (URN)
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Modalitätsbedingte Schwierigkeiten beim Dolmetschen aus der Gebärdensprache [1.52 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit wird das Dolmetschen aus einer Gebärdensprache unter dem Aspekt der gestisch-visuellen Sprachmodalität untersucht. Die Mehrheit der DolmetscherInnen erwirbt eine Gebärdensprache in der neuen Modalität (M2) im Erwachsenenalter (L2), wodurch sich im fortgeschrittenen Erwerb und beim Dolmetschen spezielle sowie strukturelle Herausforderungen ergeben können. Die Herausstellung typologischer Besonderheiten einer Sprache lässt sich der sprach- und sprachenpaarspezifischen Translationswissenschaft zuordnen. Diese geht davon aus, dass Spezifika einer Sprache Einfluss auf das Verstehen und die Produktion nehmen und zudem die jeweilige Sprachkombination spezifische sprachliche Herausforderungen im Dolmetschprozess bedingt. Auf Basis der vorhandenen Literatur werden diese Spezifika für das Gebärdensprachdolmetschen besprochen und eine Lernmethode mit annotierten gebärdensprachlichen Ausgangstexten und der Software ELAN vorgestellt. In ELAN können von Studierenden nach der Dolmetschung retrospektive Kommentare zu Verständnis- bzw. Dolmetschschwierigkeiten gemacht, zeitaligniert mit den Annotationen der manuellen und nichtmanuellen Komponenten des Ausgangstextes verglichen, analysiert und diskutiert werden. Fortgeschrittene ÖGS-Dolmetschstudierende des ITAT evaluierten die Methode. Für die Datenerhebung wurde die teilnehmende Beobachtung mit dem fokussierten Gruppeninterview kombiniert, um anhand von zuvor erarbeiteten Evaluationskriterien eine erste Legitimationsgrundlage und zugleich Änderungsbedarf und Grenzen der Lernmethode zu ermitteln. Diese wurde als effizient und effektiv zur Verbesserung der Autonomie, des ausgangssprachlichen Verständnis und der sprachlichen Ursachenfindung angenommen, jedoch in der derzeitigen Form als nicht geeignet für die Verbesserung des Problembewusstseins und die Selbsteinschätzung bewertet. Auf Basis der von den ProbandInnen geäußerten Wünsche und Bedenken wurde abschließend eine mögliche Adaptierung diskutiert.

Zusammenfassung (Englisch)

The majority of sign language interpreters start learning sign language, a language relying on a modality different to the interpreters mother tongue (M2), as adults, thus as an L2. When trying to master their L2, however, these learners face challenges regarding both the language but also the limited learning resources available. As language-pair specific translation studies have pointed out, additional challenges may stem from the specific combination of someones working languages, due to each languages specific typology. The modality-related challenges are why this thesis aims to evaluate a learning method which focuses on the manual and non-manual features of signed languages. The method relies on annotated signed source texts and allows learners to analyse their interpretation retrospectively by first commenting on source text reception problems using the software ELAN. In a second step, their target text and comments can be temporally aligned with the source text and its annotations of the sign languages manual and non-manual features. Finally, the aligned materials can be compared, analysed and discussed. The test subjects for the evaluation of this learning method were advanced Austrian Sign Language students from the Department of Translation Studies, Graz. Data was collected by combining participant observation and a focused group interview. Following initially defined criteria, the study assessed the learning methods usefulness, its need for improvement, and its limitations. The results show that this learning method proved to be an efficient and effective way of boosting learners autonomy, reception of a signed language, and ability to identify language-related reception problems. However, the method is currently not suited for raising learners self-awareness of reception problems, or improving students ability to self-evaluate their competence. The assessment was rounded off by discussing possible adaptations to the learning method.