Titelaufnahme

Titel
Späte evozierte Potenziale bei der Identifikationsleistung roter Flüssigkeiten bei Patientinnen mit Blutphobie : eine EEGStudie / vorgelegt von Sanja Seferagic
Verfasser/ VerfasserinSeferagic, Sanja
Begutachter / BegutachterinSchienle, Anne
Erschienen2014
Umfang88, [12] Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill., graf. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Blut / Phobie / Elektroencephalographie / Blut / Phobie / Elektroencephalographie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-80433 Persistent Identifier (URN)
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Späte evozierte Potenziale bei der Identifikationsleistung roter Flüssigkeiten bei Patientinnen mit Blutphobie [2.22 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Blutphobie zählt zu den spezifischen Phobien und unterscheidet sich qualitativ von den anderen ihrer Gruppe. Da Blutphobiker eine intensive Reaktion auf Blut zeigen, könnte davon ausgegangen werden, dass sie diesen Reiz auch eindeutig identifizieren können. Eine Vorgängerstudie zeigte aber, dass die Identifikationsleistung gesunder Probanden für Menschenblut im Zufallsbereich liegt, hingegen die für Schweineblut im überzufälligen Bereich ist. Den Autoren zufolge verringert Angst die Identifikationsleistung. Das Hauptziel der vorliegenden Studie war es, die Identifikationsleistung roter Flüssigkeiten und die assoziierte hirnelektrische Aktivität bei Blutphobikerinnen (n = 19) und gesunden Kontrollprobandinnen (n = 20) zu untersuchen. Es wurden die ereignisbezogenen Potenziale (ERP) P300 (340 500 ms) und das frühe (550 770 ms) und späte Zeitfenster (800 1500 ms) des Late Positive Potential (LPP) zur Analyse herangezogen. Der Wissensstand über blutbezogene Themen und die Erfahrung mit Blut wurden auch erhoben. Den Probandinnen wurden während der EEG-Messung Bilder von Rinnsalen roter Flüssigkeiten (Menschenblut, Schweineblut, Lebensmittelfarbe Rot, Lebensmittelfarbe Rosa) präsentiert. Die Probandinnen sollten einschätzen, ob es sich um echtes Blut handelte. Für die P300 zeigten sich unabhängig von der Gruppe die höchsten Amplituden beim Anblick von Schweineblut. Die Varianzanalyse zeigte keinen Gruppenunterschied in den ERP‘s. Es bestand zwischen den Gruppen kein signifikanter Unterschied in der Identifikationsleistung. Die gesunden Kontrollprobandinnen wiesen ein höheres Ausmaß an Erfahrung mit Blut und Wissen über blutbezogene Themen auf. Ein höheres oder geringeres Ausmaß an Erfahrung mit Blut und Wissen über blutbezogene Themen der Probandinnen trug zu keinem Unterschied in der Identifikationsleistung bei.

Zusammenfassung (Englisch)

Blood phobia is a specific phobia and qualitatively different from other phobias of its group. It is characterized by strong fear of seeing blood and injuries and in many cases by vasovagal syncope (emotional fainting). Since individuals with blood phobia show an intense reaction to blood, it should be assumed that they can straightforwardly detect this stimulus. A previous study showed that healthy individuals detect pig blood above chance performance. In contrast, the recognition of human blood is significantly below chance levels. According to the authors, the fear of blood even reduces the detection ability (De Smet, Van Speybroeck, & Verplaetse, 2012). The principal aim of the present study was to examine the detection performance of red fluids and the underlying brain electrical activity in 19 blood phobics and 20 healthy controls. Amplitudes of event-related potentials (ERP) of P300 (340 500 ms) and the early (550 770 ms) and late (800 1500 ms) time window of the late positive potential (LPP) were assessed. The knowledge and personal experience with blood were also assessed. The subjects were shown pictures of trickles of red fluids (human blood, pig blood, food colour in red and pink) during the EEG recording. The task was to assess whether it was real blood or not. Independent of group, the largest P300 amplitude was found during the viewing of pig blood compared to all other red fluids. No group differences emerged for ERPs. Blood phobics and healthy individuals allocated comparable amounts of attentional resources toward red fluids during emotional processing. Analysis of variance showed no significant difference in detection ability between the groups. The healthy controls showed a higher degree of knowledge and personal experience regarding blood. A higher or lower degree of knowledge and personal experience regarding blood didnt contribute to a higher or lower detection performance.