Titelaufnahme

Titel
Der Bleistift zitterte und das Herz zitterte, als dieses Manuskript entstand : Untersuchung der Kriegstagebücher von Egon Erwin Kisch und Bernhard Bardach / vorgelegt von Tanja Grössing
Verfasser/ VerfasserinGrössing, Tanja
Begutachter / BegutachterinErnst-Kühr, Petra
Erschienen2015
Umfang120, XLIX Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2015
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Kisch, Egon Erwin / Bardach, Bernhard / Weltkrieg <1914-1918> / Tagebuch / Kisch, Egon Erwin / Bardach, Bernhard / Weltkrieg <1914-1918> / Tagebuch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-79690 Persistent Identifier (URN)
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Der Bleistift zitterte und das Herz zitterte, als dieses Manuskript entstand [5.28 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Tagebücher, im Besonderen Kriegstagebücher, werden in der literaturwissenschaftlichen Forschung häufig vernachlässigt, obwohl gerade Diarien einen authentischen Blick auf Emotionen, Denk- und Verhaltensweisen oder auch konkrete Ereignisse bieten. Diese Masterarbeit versucht hier einzuhacken und einen Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Tagebuchforschung und zur kulturwissenschaftlichen Forschung des Ersten Weltkriegs zu leisten. Den Untersuchungsgegenstand bilden dabei Tagebücher zweier jüdischer Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg: Das bereits in den 1920er Jahren publizierte Tagebuch des Schriftstellers und Publizisten Egon Erwin Kisch und die bis heute unveröffentlichten, handschriftlichen Aufzeichnungen des Arztes Bernhard Bardach, die zudem durch eine umfangreiche Fotosammlung (über 900 Fotos) ergänzt werden. Das handschriftliche Manuskript wurde zu diesem Zwecke eigenständig von der Verfasserin transkribiert und Teile davon finden sich im Anhang der Arbeit. Man hat es zum einen mit einem literarisch überformten Schriftsteller-Tagebuch und zum anderen mit den protokollhaften Aufzeichnungen eines Arztes ohne literarische Ambitionen zu tun. Als theoretische Grundlage dient der Aufsatz Kriegslandschaft des Phänomenologen Kurt Lewin. Lewin, der selbst am Ersten Weltkrieg teilgenommen hat, versucht in diesem Aufsatz die wirklich gesehene Kriegslandschaft als ein Konstrukt darzustellen, dass von Erlebnissen, Erfahrungen und Vorstellungen des Soldaten geprägt ist. Auf Grundlage dieses Aufsatzes wird ein Schema von sechs Landschaftszonen entwickelt und auf die beiden Tagebücher angewendet. Außerdem werden Problemfelder, wie Überlieferungssituation und Materialität des Textträgers, Authentizität und Veränderbarkeit der Aussagen, sowie Schreibmotivation und Inhalt in die Untersuchungen miteinbezogen.

Zusammenfassung (Englisch)

Diaries, especially war-diaries are often neglected in the literary studies, although specifically diaries are often offering an authentic view of emotions, thinking and behaviour or specific events. This master thesis attempts to contribute to the literary diary research and cultural studies of World War I. The object of investigation of this thesis are the diaries of two Jewish soldiers of World War I: The diary of writer and publicist Egon Erwin Kisch, already published by himself in the 1920s and the until now unpublished, handwritten notes of the physician Bernhard Bardach. Moreover, Bardachs diary is supplemented with a large photo collection of World War I (nearly 1,000 photos documenting the daily routine of the soldiers). The handwritten manuscript was transcribed by the author independently for this purpose and parts of it can be found in the appendix of the master thesis. Kischs diary on the one hand is a literary shaped writers diary and Bardachs records on the other hand are the notes of a physician, without any literary ambitions. The theoretical basis of the thesis is the essay Kriegslandschaft of the phenomenologists Kurt Lewin. Lewin, who has participated himself in World War I. In Kriegslandschaft he tried to represent the actually seen landscape as a construct that is shaped by experiences and ideas of the soldiers. Lewin developed six categories that highlight different areas of experience. On the basis of these categories, a scheme to analyse the diaries is developed. Furthermore, questions about areas such as historical tradition of the diaries and materiality of the manuscript, authenticity and variability of the statements, as well as writing motivation and content, are included in the studies.