Bibliographic Metadata

Title
Gebärdensprachdolmetschen im Bereich der Sachwalterschaft / vorgelegt von Claudia Straubinger
AuthorStraubinger, Claudia
CensorGrbić, Nadja
Published2014
Description162 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Annotation
Zsfassungen in dt. und engl. Spr.
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Sachwalterschaft / Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Sachwalterschaft / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-79613 Persistent Identifier (URN)
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Gebärdensprachdolmetschen im Bereich der Sachwalterschaft [1.51 mb]
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Abstract (German)

Beim Gebärdensprachdolmetschen im Bereich der Sachwalterschaft handelt es sich um ein spezielles und komplexes Dolmetschsetting, zu dem bisher noch keine Forschungsergebnisse vorliegen.Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, welche sprachlichen Besonderheiten und Herausforderungen in der Kommunikationssituation zwischen SachwalterInnen und ihren gehörlosen besachwalteten KlientInnen sowie beim Dolmetschen in diesem Bereich auftreten. Außerdem wird untersucht, welche Strategien in der Kommunikation und beim Dolmetschen zum Einsatz kommen.Der theoretische Teil der Arbeit gibt einen Überblick über das Sachwalterrecht in Österreich, geht auf die Gruppe der gehörlosen Menschen mit Mehrfachbehinderungen ein, behandelt Besonderheiten in deren Kommunikation und gibt einen Einblick in das Dolmetschen für gehörlose Menschen mit minimaler Sprachkompetenz.Der zweite Teil der Arbeit beinhaltet die Präsentation der empirischen Studie, in welcher sechs SachwalterInnen, die gehörlose KlientInnen betreuen, und drei professionelle GebärdensprachdolmetscherInnen, die in diesem Bereich arbeiten, anhand leitfadengestützter qualitativer Interviews befragt wurden.Wie die Analyse der Daten belegt, ist die Zielgruppe sehr heterogen und die Mehrheit der Betroffenen als minimal sprachkompetent zu bezeichnen, was häufig zu Schwierigkeiten in der Kommunikations- und Dolmetschsituation führt. Es zeigt sich, dass SachwalterInnen oft nicht sensibilisiert im Umgang mit den gehörlosen KlientInnen sind und nicht immer professionelle GebärdensprachdolmetscherInnen hinzuziehen.Das Dolmetschen im Bereich der Sachwalterschaft stellt eine sehr heikle, komplexe und verantwortungsvolle Tätigkeit dar. Herausforderungen sind beispielsweise das Machtgefälle, Rollenkonflikte sowie eine längere Auftragsdauer und psychische Belastung. Um professionell arbeiten zu können, ist ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, Sprach-, Dolmetsch- und Kulturkompetenz sowie Erfahrung erforderlich.

Abstract (English)

Sign language interpreting in the field of guardianship is a rather special and complex setting that has not yet been investigated.The main objective of this thesis is to identify the linguistic and translational characteristics and challenges guardians and sign language interpreters face while communicating with their deaf clients or interpreting in this specific field. Moreover, it is examined what kind of communication or interpreting strategies are deployed.The theoretical part of this thesis provides an overview of the Austrian Guardianship Law, focusses on deaf people with additional disabilities and their communication needs and gives an insight into the field of interpreting for deaf people with minimal language skills. The empirical part presents the results of the semi-structured interviews with six guardians, who are experienced in working with deaf clients, and three professional sign language interpreters, who are also working in that field. The analysis of the data shows that the target group is rather heterogeneous and since most of the deaf clients show minimal language skills, often difficulties arise while communicating with or interpreting for them. Also, guardians often are not aware of their deaf clients communication needs and do not always bring in professional sign language interpreters when communicating with their clients.Sign language interpreting in the field of guardianship can be described as a sensitive, complex and responsible occupation. Further challenges are for example existing power imbalances, role conflicts, an increased duration of such interpreting sessions and emotional stress. Therefore, to be able to work professionally, a high level of social competence, linguistic, translational and cultural competences as well as work experience are required.