Titelaufnahme

Titel
Gebärdensprachdolmetschen am Computer : Studierende und Lehre vor neuen Herausforderungen / vorgelegt von Cornelia Recheis
Verfasser/ VerfasserinRecheis, Cornelia
Begutachter / BegutachterinGrbić, Nadja
Erschienen2014
UmfangIV, 159 Bl. : Zsfassung (2 Bl.) ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Spr.
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Bildtelefonie / Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Bildtelefonie / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-79597 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Gebärdensprachdolmetschen am Computer [2.16 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser Arbeit wird das Videodolmetschen zwischen Deutsch und Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) untersucht. Der Fokus liegt dabei auf Video Relay Service (VRS), bei dem sich alle KommunikationsteilnehmerInnen an unterschiedlichen Orten befinden. Ziel der Arbeit ist es, Lehrinhalte zu ermitteln, die Studierende auf VRS-Situationen vorbereiten. Es wird davon ausgegangen, dass dafür zwei unterschiedliche Herangehensweisen zu verfolgen sind. Fertigkeiten, die bei fortgeschrittenen Studierenden oder bereits praktizierenden DolmetscherInnen gut entwickelt sind, müssen im Hinblick auf VRS-Situationen noch vertieft werden. Die Fertigkeiten Gesprächskoordination, Rollenverständnis und Technologiebewusstsein kommen hingegen ausschließlich oder auf eine andere Art und Weise in VRS-Settings zum Einsatz und müssen völlig neu entwickelt oder adaptiert werden.Nach einem Überblick über verschiedene telekommunikationsgestützte Dolmetschungen, einem internationalen Vergleich von VRS-Unternehmen und dolmetsch-relevanten Besonderheiten, wurden die oben genannten Hypothesen anhand eines Quasi-Experiments überprüft. Vier Studierende, von denen nur zwei eine VRS-Einschulung erhalten hatten, dolmetschten jeweils drei Rollenspiele via Skype-Videokonferenz und Audioverbindung. Anschließend wurde eine Gruppendiskussion durchgeführt, bei der Lösungs-Ansätze besprochen und Vorschläge für Lehrinhalte gesammelt wurden.Ein Vergleich der Studierenden zeigte, dass eine Einschulung zum Thema VRS für eine fließende Dolmetschung dringend notwendig ist und aufgrund der großen Dichte an Inhalten über einen längeren Zeitraum erfolgen sollte. Außerdem sind praktische Übungen zur Festigung der Kenntnisse sehr zu empfehlen. Besonders wichtig sind die Thematisierung von speziellen VRS-Situationen und Rollen von VRS-DolmetscherInnen, eine theoretische und praktische Grundlagenvermittlung sowie eine Analyse der Textsorte Telefonat im Hinblick auf ihre Wahrnehmung in der Hörenden- und Gehörlosenkultur.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis examines Remote Interpreting between German and Austrian Sign Language. The main focus is put on Video Relay Service (VRS), which has all participating parties (including the interpreter) sitting in three separate locations. It is the objective of this thesis, to determine subjects that should be included in a curriculum for sign language interpreter education, in order to prepare students for VRS situations. Therefore it is assumed that two different approaches are necessary in education. Skills that have already been developed by advanced students and practicing interpreters need to be enhanced to meet VRS-specific challenges, whereas the skills conversation management, role management and technology awareness require more attention since they are primarily applied in VRS settings.A brief overview of various possibilities of telecommunication-based interpreting, an international comparison of VRS companies and VRS relevant interpreting skills provides the basis for the empirical study. In a quasi-experiment four students were asked to interpret three role plays each, via Skype videoconference and a telephone audio-conference with only two of them receiving proper training before. Afterwards the students were gathered for a group discussion about their different approaches and in order to develop a proposal for VRS training.Comparing the students results, it became clear that VRS-specific training is essential for adequate interpretations. Furthermore it is recommendable to teach the contents throughout a longer period of time, for there is a lot of new information to take in. Practical exercises help to consolidate the newly acquired knowledge. Specific VRS situations, theoretical and practical fundamentals, VRS interpreter roles and the text type “telephone” should be covered in the training units.