Titelaufnahme

Titel
Das moralische Dilemma : eine aporetische Rekonstruktion aus der Perspektive der aristotelischen Tugendlehre / vorgelegt von Nicole Maria Drexler
Verfasser/ VerfasserinDrexler, Nicole Maria
Begutachter / BegutachterinRinofner, Sonja
Erschienen2014
Umfang103 S. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Aristoteles / Tugendethik / Dilemma / Aristoteles / Tugendethik / Dilemma / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-79195 Persistent Identifier (URN)
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Das moralische Dilemma [0.51 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das moralische Dilemma wurde im 20. und 21. Jahrhundert zu einem Gegenstand der Diskussion für moderne Moralphilosophien. Es entspann sich eine umfassende Debatte darüber, ob es moralische Konflikte gäbe, die nicht lösbar sind. Weil von den klassischen Theorien gilt, dass sie moralische Dilemmata ausschließen, wird in der vorliegenden Diplomarbeit der Versuch unternommen aus der Perspektive der aristotelischen Tugendethik das Problem fasslich zu machen, um anschließend jene Elemente ausweisen zu können, welche für die Lösbarkeit moralischer Dilemmata entscheidend sind. Durch einen exemplarischen Vergleich des Intuitionismus von William D. Ross und des Präferenzutilitarismus von Richard M. Hare stellt sich heraus, dass das Problem des moralischen Dilemmas nicht adäquat gelöst werden kann, wenn nicht Bezug genommen wird, auf einen wichtigen Aspekt moralischen Handelns, welcher in vielen Moralphilosophien eine wichtige Rolle spielt: Den Willen des Akteurs als Handlungsursprung. Thomas Nagel stellt aber fest, dass sich Konflikte gerade nicht auflösen lassen, weil sich moralische Gründe nicht auf eine einzige Basis zurückführen ließen. Diese Unmöglichkeit wird von Nagel auf die Doppelperspektivität der praktischen Vernunft zurückgeführt. Dass dieser Schluss aber nicht zwingend ist, wird anhand der aristotelischen Tugendethik erläutert. Es zeigt sich, dass sich das Problem des moralischen Dilemmas bei Aristoteles als Aporie zwischen Lust und Vernunft darstellen lässt, und dass die aristotelische Ethik die Grundlagen angeben kann unter denen der Ausgang aus der Aporie gefunden werden kann. Daraus wird gefolgert, dass eine Moralphilosophie, welche Handlungsorientierung gewährleisten soll, nicht nur diskursiv einwandfrei formuliert, sondern auch eine substanzielle Theorie beinhalten müsste, welche beanspruchen kann mit den Tatsachen des menschlichen Empfindens und Handelns übereinzustimmen.

Zusammenfassung (Englisch)

In the 20th and 21th century there was an increasing number of philosophers taking interest in the question whether there can be moral conflicts that have no resolution. But it is common that the classical theories preclude these so called moral dilemmas. The aim of my diploma thesis is to ask how Aristotle would have seen this problem and search for the elements of Aristotle's ethics, which make him able to deal with moral conflicts. However, William D. Ross and Richard M. Hare assert that their moral philosophy can provide us in such cases with action guidance. But the opinion whether this is really the case is divided. Therefore I argue that the problem, which is shown by the critics of both positions, is that they do not address the problem of the conscience of the agent, but presuppose that the strategies of dealing with moral dilemmas are not against the conscious of the moral agent. Are we committed to the view that moral conflicts cannot be resolved? Thomas Nagel points out that those moral conflicts cannot be resolved because there is no common source of value. He traces this back to the fact that the human nature includes irreducible, different points of view on the world. But, according to Aristotle's virtue ethics, it can be shown that this view does not have to be accepted, since Aristotle can describe this problem as aporia between pleasure and reason. It is argued that the ethics of Aristotle can indicate the basis for the denouement out of moral conflicts. Finally, it is concluded that moral philosophy, which claims to provide action guidance for rational, moral agents, does not only have to be discursively faultless, but also have to contain a substantial theory, which can suggest to be in accordance with the facts of human feeling and human action.