Titelaufnahme

Titel
Die Umsetzung der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 in der Türkei / vorgelegt von: Işik Şeyma Genç
Verfasser/ VerfasserinGenç, Işik Şeyma
Begutachter / BegutachterinBenedek, Wolfgang
Erschienen2014
Umfang98 Bl. : Zsfassung (1 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterTürkei / Genfer Flüchtlingskonvention / Türkei / Genfer Flüchtlingskonvention / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-78273 Persistent Identifier (URN)
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Die Umsetzung der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 in der Türkei [1.19 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Türkei hat das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1951 (GFK) mit dem geografischen Vorbehalt ratifiziert und gewährt demnach nur europäischen Flüchtlingen den internationalen Flüchtlingsschutz der GFK. Nicht-europäische Flüchtlinge werden als AsylwerberInnen vorübergehend aufgenommen, bis die Neuansiedlung in einem Drittstaat durch UNHCR erfolgt. Die vorliegende Diplomarbeit zum Thema „Die Umsetzung der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 in der Türkei“ behandelt die Fragestellungen, ob die Türkei mit ihrer Umsetzungspraxis die Anforderungen der GFK erfüllt und, ob der geografische Vorbehalt aufgehoben werden sollte. Bis zur Verabschiedung des Ausländer- und internationalen Schutzgesetzes Nr. 6458 (AuslSG), welche am 11. April 2014 in Kraft getreten ist, wurde das türkische Asylrecht auf Basis von verwaltungsrechtlichen Vorschriften, wie z.B. Asyl-Verordnung von 1994 (Asyl-VO) und Umsetzungsrichtlinie von 2006, geregelt. Das AuslSG, welche im Rahmen der Beitrittsverhandlungen mit der EU entstanden ist, bezweckt das bisher zersplitterte türkische Asylrecht in einem einheitlichen Gesetz zu vereinen und die Defizite in der Umsetzung im Rahmen der „alten“ Rechtslage abzubauen. Im Zuge der Diplomarbeit wurde der Einfluss der Beitrittsverhandlungen mit der EU sowie der Rechtsprechung des EGMR auf die Entwicklung des türkischen Asylrechts veranschaulicht. Die Mängel in der Umsetzung der GFK sowie des Asylverfahrens, wurden anhand der Gegenüberstellung der „alten“ Rechtslage nach der Asyl-VO mit dem neuen AuslSG herausgearbeitet. Dabei konnte festgestellt werden, dass durch das Inkrafttreten des AuslSG die Defizite in der Umsetzung Großteils abgebaut wurden. Die Türkei erklärt sich nicht dazu bereit den geografischen Vorbehalt aufzuheben, solange die Vollmitgliedschaft in der EU in absehbarer Zukunft nicht in Aussicht gestellt wird und die EU-Staaten keine Maßnahmen zur gerechten Lastenübernahme ergreifen.

Zusammenfassung (Englisch)

Turkey ratified the 1951 Convention relating to the Status of Refugees with geographical limitation and therefore only grants European refugees the international protection defined by the Refugee Convention. Non-European refugees are temporarily admitted as asylum seekers until the procedure for resettlement in a third country is completed by the UNHCR. The following diploma thesis “The Implementation of the 1951 Convention Relating to the Status of Refugees in Turkey” deals with the questions whether Turkey and its implementation practice meet the requirements of the 1951 Refugee Convention and whether the geographical limitation should be lifted. Until the adoption of the Law on Foreigners and International Protection Nr. 6458, which entered into force on 11th April 2014, the Turkish asylum system was regulated on the basis of administrative rules such as the 1994 Asylum Regulation and 2006 Implementation Directive. The purpose of the new Law on Foreigners, which was created as part of the accession negotiations with the EU, is to unite the previously fragmented Turkish asylum system in one uniform act in order to reduce the deficits within the “old” legal framework. In the course of this thesis, the influence of the accession negotiations with the EU and the case law of the ECtHR on the development of the Turkish asylum law were illustrated. The deficits in the implementation of the 1951 Refugee Convention including the asylum procedure were demonstrated through the comparison of the "old" law under the 1994 Asylum Regulation and the new Law on Foreigners. It could be determined that by the entry into force of the Law on Foreigners and International Protection the deficits in the implementation were largely reduced. Turkey is unwilling to lift the geographical limitation as long as the full EU-membership is not in prospect in the foreseeable future and the EU member states do not take any measures in order to share the refugee burden equally.