Titelaufnahme

Titel
Die Rolle der Europäischen Union im Demokratisierungsprozess Bosnien-Herzegowinas / vorgelegt von Dea Ahmetović
Verfasser/ VerfasserinAhmetović, Dea
Begutachter / BegutachterinBieber, David Florian
Erschienen2014
Umfang128 Bl. : Zsfassung (1 Bl.) ; graph. Darst
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Bosnien-Herzegowina / Demokratisierung / Europäische Union / Bosnien-Herzegowina / Demokratisierung / Europäische Union / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-78200 Persistent Identifier (URN)
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Die Rolle der Europäischen Union im Demokratisierungsprozess Bosnien-Herzegowinas [0.8 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, zu ergründen, ob und inwiefern die Europäische Union im Rahmen des Integrationsprozesses zur Konsolidierung der Demokratie in Bosnien-Herzegowina beiträgt. Zur Ergründung dieser Frage wurde das Mehrebenenmodell der demokratischen Konsolidierung nach Merkel herangezogen. Um auf dieses Modell aufbauen zu können, wurden zunächst Grundbegriffe und Theorien der Transformationswissenschaft aufgezeigt. Im Anschluss wurde die Demografie des Landes thematisiert. Aufgrund der multiethnischen Bevölkerungszusammensetzung galt es den Umgang mit dieser Gegebenheit nach dem ethnischen Konflikt, aber vor dem Aktivwerden der EU, näher zu beleuchten. Vorrangig wurden die Verfassung sowie das Verhalten der politischen Elite untersucht. Diese beiden Faktoren wurden auch im Rahmen des Tätigwerdens der EU evaluiert, um einen möglichen Demokratisierungsfortschritt festzustellen. Diese Analyse zeigte, dass die EU Maßnahmen zur Schwächung der nach dem Konflikt dominanten ethnonationalistischen Parteien und zur Förderung einer StaatsbürgerInnenkultur ergreift und eine den Integrationsprozess fördernde, von den ethnisch gespaltenen internen Kräften getragene Verfassungsreform anstrebt, was angesichts des herrschenden Misstrauens zwischen den Ethnien schwierig ist. Die Analyse machte auch deutlich, dass die EU-Politik von Inkonsistenz, Kurzsichtigkeit, Nachgiebigkeit und Passivität geprägt ist. Bis dato gibt es nämlich keine maßgeschneiderte Strategie für eine Heranführung Bosnien-Herzegowinas an die EU, weshalb sie grundlegenden Problemen ratlos gegenübersteht, bereits bei kleinen Fortschritten Zugeständnisse machen muss und die vielversprechende Integrationsperspektive nicht effektiv nutzen kann. Um den Demokratisierungsprozess voranzutreiben, müsste die EU ihre innere Uneinigkeit sowie Erweiterungsmüdigkeit überwinden und einen individuellen Zugang zum Land finden, der den Gegebenheiten vor Ort gerecht wird.

Zusammenfassung (Englisch)

This master thesis aims at investigating whether and to what extent the European Union contributes to democratic consolidation in Bosnia-Herzegovina within the scope of its integration process. For this purpose, the empirical study is based on Merkels model of democratic consolidation. In order to build upon this model, the basic terms and theories of transformation science were clarified at first. Following this, the demography of the country was addressed. Due to the multiethnic composition of the population, an analysis of the handling of this multiethnicity after the ethnic conflict, and before the engagement of the EU, was performed. In this light, the constitution and the behaviour of the political elite were examined. In order to be able to determine a possible democratisation process, these two factors were also subjected to an evaluation within the frame of the EUs engagement. Analysis showed that the EU has taken measures to weaken the ethnonationalist parties dominant after the conflict and to promote a civic culture. Furthermore, it was shown that the EU seeks to achieve a constitutional reform that would promote the integration process and be supported by the ethnically divided internal powers, which, however, proves to be difficult seeing the prevailing distrust among the ethnicities. Equally, it became clear that EU politics are characterised by inconsistency, short-sightedness, indulgence and passivity: To date there is no tailor-made strategy to integrate Bosnia-Herzegovina into the EU which is also why the EU is helpless in the face of fundamental problems, has to concede even for little progress and fails to profit from the promising integration perspective. In order to promote the democratisation process, the EU would have to overcome its inner dissent as well as its enlargement fatigue and find an individual approach to the country meeting the local conditions.