Titelaufnahme

Titel
"We are the children of Lilith" : Religionswissenschaftliche Betrachtungen zur Transformation der Figur Lilith am Beispiel der TV-Serie TRUE BLOOD / eingereicht von Kathrin Maria Trattner
Verfasser/ VerfasserinTrattner, Kathrin In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Begutachter / BegutachterinHeimerl, Theresia
Erschienen2014
Umfang93 Bl. : Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2014
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter True Blood : Lilit / True Blood : Lilit / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-77894 Persistent Identifier (URN)
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"We are the children of Lilith" [1.71 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Figur der Lilith ist vor allem als die abtrünnige erste Frau Adams aus kabbalistischen Quellen des frühen Mittelalters bekannt. Dort nimmt sie einerseits die Rolle der Kindermörderin ein und andererseits jene der bösen Verführerin ein. Diese spezifische Art des weiblichen Bösen, die Lilith verkörpert, wird ab den 1960er Jahren zunehmend zum Gegenstand feministischer Auseinandersetzungen, wodurch die Figur eine Transformation von der bösen Dämonin hin zum Vorbild weiblicher Unabhängigkeit erfährt. Doch nicht nur die jüdisch-feministische Theologie bringt Lilith großes Interesse entgegen, sondern bereits seit geraumer Zeit auch die Populärkultur. Anhand von Beispielen unterschiedlicher medialer Ausprägungen wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich gewisse Grundtendenzen in den popkulturellen Darstellungen der Dämonin feststellen lassen und letztlich, ob diese eng an das patriarchal geprägte mythologische Bild der bösen Verführerin und Kindermörderin angelehnt sind, oder ob sich doch eine feministische Lesart auch in den populären medialen Aufarbeitungen Liliths niederschlägt. Als Hauptbeispiel steht ihre jüngste und gleichzeitig wahrscheinlich breitenwirksamste Aufarbeitung im Vordergrund, nämlich jene in der US-amerikanischen TV-Serie TRUE BLOOD (Creator: Alan Ball, USA 20082014). Wie sich in der Analyse der Beispiele gezeigt hat, ist die Figur der Lilith in der Populärkultur in vielerlei Hinsicht eng an das Bild der jüdischen Dämonin angelehnt, wobei feministische Umdeutungen des Mythos in breitenwirksamen Aufarbeitungen nicht zu tragen kommen, was wiederum interessante Rückschlüsse auf die Weitertradierung patriarchaler religiöser Narrative in die postmoderne Kultur ziehen lässt.

Zusammenfassung (Englisch)

Lilith is most noted as Adams first disloyal wife who is mentioned in several cabbalistic sources dating back to the early Middle Ages in which she is portrayed as a murderer of children on the one hand and as an evil seductress on the other. In the 1960s, this specific kind of female evil embodied by her figure becomes the subject of feminist re-evaluation in the course of which she experiences a transformation from the evil demoness towards becoming a role-model for female independence. But not only Jewish feminist theology has shown great interest in Lilith, so has popular culture for quite some time now. Based on examples within different kinds of media, the thesis examines if certain underlying tendencies concerning Liliths portrayals in popular culture can be observed. Finally, the question is asked whether there is a proximity to the patriarchal mythological image of the evil child-murdering seductress or if feminist readings of the myth also influence Liliths representations within popular media. The main example given is her youngest and at the same time best known portrayal: The character of Lilith in the US-American TV series TRUE BLOOD (Creator: Alan Ball, USA 20082014). As the analysis of the examples showed, the character of Lilith within popular culture is in many ways very closely linked to the image of the Jewish demoness, whereas feminist re-interpretations of the myth do not show an impact on her popular portrayals. This allows interesting conclusions regarding the passing on of patriarchal religious narratives into postmodern culture.