Titelaufnahme

Titel
Vergessen und Erinnern : Menschen mit Demenz feiern Gottesdienst im Pflegeheim / eingereicht von Franz Josef Zeßner-Spitzenberg
Weitere Titel
Forgetting and remembering : people suffering of dementia celebrate liturgy in care homes
Verfasser/ VerfasserinZessner-Spitzenberg, Franz Josef
Begutachter / BegutachterinGroen, Basilius ; Pock, Johann
Erschienen2014
Umfang378 S. : 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Katholische Kirche / Demenz <Motiv> / Altenseelsorge
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-77775 Persistent Identifier (URN)
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Vergessen und Erinnern [3.23 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Als neue menschliche Seinsweise bezeichnet der Psychiater Klaus Dörner Demenz. Nicht das Phänomen an sich ist neu, es ist das Ausmaß, vor dem westliche Gesellschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr die Augen verschließen können. „Erinnerung“ ist ein zentraler Begriff christlicher Theologie und Liturgie. Angesichts der Fragmenthaftigkeit individuellen Erinnerns zeigt sich die besondere Bedeutung der Glaubensgemeinschaft und ihrer anamnetisch geprägten liturgischen Praxis. Dieser Praxis in einem Lebensumfeld, in dem überwiegend Menschen leben, die an Demenz leiden, ist der zweite Teil dieser Arbeit gewidmet. Eine an den Methoden der Feldforschung des Soziologen Roland Girtler orientierte empirische Untersuchung in deutschen und österreichischen Pflegeheimen kommt zum Ergebnis, dass gemeinsame Gottesdienste grundsätzlich nach Stadien getrennten Feiern vorzuziehen sind. Besondere Feiern können eine Ergänzung sein, wenn Menschen aus gut argumentierten Gründen nicht am gemeinsamen Gottesdienst teilnehmen können. Musikalische und andere verschiedene Sinne ansprechende Gottesdienst-Elemente erleichtern Menschen mit Demenz das Mitfeiern. Problematisch sind lange Texte (Lesung, Predigt, Gebete), vor allem ist aber auf Kongruenz zwischen Inhalt und non- bzw. paraverbalen Aspekten zu achten. Der dritte Teil dieser Arbeit fragt danach, ob Liturgie Teil eines therapeutischen Programms in Einrichtungen der Altenpflege sein kann. Die Überlegungen münden in die Erkenntnis, dass es das Wesen von Liturgie als Gottesdienst gefährdet, wenn sie verzweckt und instrumentalisiert wird. Gerade als zweckfreies Spiel (Romano Guardini) ermöglicht christliche Liturgie Menschen, deren individuelle Erinnerungen zerfallen, das Eintauchen in ein anamnetisches Feld gemeinsamen Erinnerns.

Zusammenfassung (Englisch)

Dementia as a mode of being, this is how psychiatrist Klaus Dörner sees it. It is not the phenomenon itself that is new. It rather is the dimensions that Western societies at the beginning of the 21st century cannot longer deny. “Memory” is a central concept of Christian theology and liturgy. Given the fragmentariness of individual memory, the importance of religious community and liturgic practice with its anamnetic character is paramount. The second part of this paper is dedicated to that practice in a living environment mainly for people who suffer dementia. Guided by the fieldwork methods of sociologist Roland Girtler, a study in German and Austrian care homes comes to the result that as a general rule common worship services should be preferred to those separated by different stages of dementia. Special ceremonies can be supplemented, if people cannot participate in a common service due to well-argued reasons. Musical elements and other elements appealing to different senses make celebrating service easier for people with dementia. Long texts are problematic (reading, sermon, prayers), congruency between content and nonverbal and paraverbal aspects are especially important here. The third part deals with the question, whether liturgy can be part of a therapeutic programme in facilities of geriatric care. The reflections conclude with the insight that the essence of worship service is compromised when being used and exploited. Just as a pure play with no purpose, Christian liturgy can make it possible for people, whose individual memories fall apart, to dive into an anamnetic field of remembering together.

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