Titelaufnahme

Titel
Das Motiv der nihilistischen Jugend bei Turgenev und Dostoevskij : illustriert an den Figuren des Ippolit Terent'ev und Evgenij Bazarov / vorgelegt von Agnieszka Kapron
Weitere Titel
The motive of the Nihilist youth in the works of Turgenev and Dostoevskij : exemplified by the characters of Evgenij Bazarov and Ippolit Terent'ev
Verfasser/ VerfasserinKapron, Agnieszka
Begutachter / BegutachterinHansen-Kokoruš, Renate
Erschienen2014
Umfang128 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; graf. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Text überwiegend dt., teilw. russ. - Zsfassung in russ. Spr.
Teilw. in kyrill. Schr.
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Turgenev, Ivan Sergeevič <Otcy i deti> / Dostoevskij, Fëdor Michajlovič <Idiot> / Jugend <Motiv> / Nihilismus <Motiv> / Turgenev, Ivan Sergeevič <Otcy i deti> / Dostoevskij, Fëdor Michajlovič <Idiot> / Jugend <Motiv> / Nihilismus <Motiv> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-77240 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Das Motiv der nihilistischen Jugend bei Turgenev und Dostoevskij [1.1 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit analysiert die Darstellung der nihilistischen Jugend in den Romanen Otcy i deti von Ivan Turgenev und Idiot von Fedor Michailovič Dostoevskij, wobei exemplarisch die Figuren des Evgenij Bazarov und des Ippolit Terentev herangezogen werden. Zuerst biete ich einen Überblick über aktuelle literaturwissenschaftliche Konzepte der Figurenanalyse. Den Schwerpunkt bilden dabei die Modelle von M. Pfister, F. Jannidis und P. K. Hansen. Danach werden die historischen Hintergründe der nihilistischen Bewegung behandelt. Diese entstand unter der Herrschaft von Zar Aleksandr II. Zwar hatte dieser Zar das größte Reformprojekt seit der Zeit Peters des Großen umgesetzt, vielen ging es aber nicht weit genug. Die Bezeichnung „Nihilisten“ ist insofern irreführend, als diese Gruppen keineswegs an „nichts“ glaubten, sondern lediglich die althergebrachten Werte ablehnten. Turgenev und Dostoevskij sahen diese Gruppen völlig unterschiedlich. Turgenev sympathisierte mit ihren Ideen, lehnte aber ihren Radikalismus ab. Bazarov wird folglich auch als ein grundsätzlich positiver Charakter gezeichnet, auch wenn seine starre Weltsicht und seine Arroganz einen Schatten auf diese Figur werfen. Im Verlauf des Romans dekonstruiert Turgenev das Weltbild seines Protagonisten. Bazarov, der stets über jegliche Form der Sentimentalität gespottet hatte, verliebt sich unglücklich und sein Stolz treibt ihn in ein Duell mit Arkadijs Onkel. Dostoevskij dagegen sieht im Nihilismus eine Ausgeburt des Bösen auf der Welt. In seinem Werk kämpft er gegen den modernen Menschen an, der sich von Gott abwendet und sich selbst an dessen Stelle setzen will. Trotz seines Idealismus wird Ippolit von genau dieser gottlosen Ideologie vergiftet. Fürst Myškin, eine christusähnliche Gestalt, versucht ihm die Hand zu reichen, doch er wird zurückgestoßen. Keine „wissenschaftliche“ Ideologie kann die Menschen erlösen, so Dostoevskij, sondern nur Christus.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis analyzes the representation of the Nihilist youth in the novels Fathers and Sons byI. Turgenev and The Idiot by F. M. Dostoevskij, exemplified by the characters of EvgenijBazarov and Ippolit Terentev.I start with an overview of current theories on the analysis of characters in narrative texts. Thefocus lies on the taxonomies established by M. Pfister, F. Jannidis and P. K. Hansen.The following chapter portrays the reformist agenda of tsar Aleksandr II and groups of theradical left. Although the tsar carried out very reforms, especially circles of young people feltthey did not go far enough. As they rejected the traditional values of society, they were called“nihilists”, even though they had their own sets of beliefs.Turgenev and Dostoevskij have different views on these groups. While Turgenevsympathized with their agenda, he dismissed their radicalism. The figure of Bazarov is apositive, though rigid and arrogant character. Bazarov comes to visit the lands of his sidekickArkadijs father and clashed with the worldview of the older generation. As he is shaken firstby unrequited love, then by a fight with Arkadijs uncle, he fails to realize that his materialistphilosophy is about to end in tragedy. Arkadij on the other hand frees himself from therestraints of nihilism and becomes a more moderate progressive, following in the footsteps ofhis father.Dostoevskij on the other hand is convinced that a world rejecting God and putting man in hisplace is doomed. The thoroughly good natured Prince Myškin is a kind of modern savior, butthe upper class of Saint Petersburg is too blind to realize this and rejects him. The deadly illIppolit still holds on to ideals of Social Darwinism and a leftist revolution. He is a positivecharacter, but lead astray by a sick ideology. Dostoevskij urges his readers to understand thatonly Christ can redeem mankind, whilst secular ideologies will only bear death anddestruction.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 91 mal heruntergeladen.