Bibliographic Metadata

Title
Wie Kafka in Serbien der Prozess gemacht wird : Analyse der serbokroatischen Übersetzungen des Romans Der Prozess von Franz Kafka / vorgelegt von Danijela Tomić
AuthorTomić, Danijela
CensorWolf, Michaela
Published2014
Description110 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Annotation
Teilw. in kyrill. Schr.
Annotation
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Kafka, Franz <Der Prozess> / Übersetzung / Serbokroatisch / Serbisch / Geschichte 1953-2009 / Online-Publikation / Kafka, Franz <Der Prozess> / Übersetzung / Serbokroatisch / Serbisch / Geschichte 1953-2009
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-77225 Persistent Identifier (URN)
Restriction-Information
 The work is publicly available
Files
Wie Kafka in Serbien der Prozess gemacht wird [1.08 mb]
Links
Reference
Classification
Abstract (German)

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit Franz Kafkas Roman Der Prozess und drei serbokroatischen Übersetzungen. Im ehemaligen Jugoslawien und Serbien sind insgesamt sieben Übersetzungen erschienen. Diese Tatsache zeigt das große Interesse an dem Roman. Die Übersetzungen aus den Jahren 1953 (Ü1), 1989 (Ü2) und 2009 (Ü3) sind als Untersuchungsgegenstand ausgewählt worden, da sie in Zeiträumen entstanden sind, die relativ weit auseinander liegen. Ü1 erschien wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als Jugoslawien ein kommunistischer Staat war und als Kafka und sein Schreibstil auf Serbokroatisch noch nicht bekannt waren. Ü2 entstand kurz vor dem Zerfall Jugoslawiens, als Kafka bereits einen festen Platz in der jugoslawischen Literatur eingenommen hatte. Ü3 wurde nach dem Zerfall Jugoslawiens im neuen Staat Serbien veröffentlicht. Innerhalb weniger Jahre seit der Erstübersetzung vom Prozess haben er und sein Werk große Popularität in Jugoslawien erlangt. Anhand einer Paratextanalyse wird die Entwicklung der Rezeptionsgeschichte von Kafkas Werk im serbokroatischen Sprachraum gezeigt. In dieser Arbeit wird von der Hypothese ausgegangen, dass die Übersetzerin von Ü1 eine originalgetreue Übersetzung verfasste, um so die LeserInnen in Kafkas Stil einzuführen, welcher in Jugoslawien bis dahin noch nicht oder kaum bekannt war. Ü2 dürfte ein Gegenstück zur ausgangstextorientierten Erstübersetzung sein und daher wird angenommen, dass die Übersetzerin eine eher freiere Übersetzung schaffen wollte, weil sie auf der Kenntnis vonseiten des Lesepublikums von Ü1 aufbauen konnte, während der Übersetzer von Ü3 eine ausgangstextorientierte serbische Version vom Prozess verfasste. Mithilfe einer Textanalyse nach dem Analysemodell Translation Quality Assessment von Juliane House wird die Annahme auf ihre Gültigkeit überprüft. Dabei bestätigt sich die Hypothese, dass Ü2 sich von Ü1 und Ü3 stark unterscheidet, was zu einer veränderten Darstellung der Romanfiguren führt.

Abstract (English)

The aim of this diploma thesis is to present Franz Kafkas novel The Trial and three of its Serbo-Croatian translations. Seven Serbo-Croatian translations of The Trial have been published in the former Yugoslavia and Serbia. This fact shows the growing interest in this novel. The thesis deals with three Serbo-Croatian translations, which were published in 1953 (T1), 1989 (T2) and 2009 (T3). The choice of these translations is due to the fact that they were produced in very different periods. T1 was published a few years after the Second World War, when Yugoslavia was a communist state and Kafka and his style were still unknown in Serbo-Croatian language. T2 was published prior to Yugoslavias disintegration, when Kafka had already achieved considerable popularity in the Yugoslav literature. T3 was published after the disintegration of Yugoslavia in the new state of Serbia. Some years after the first Serbo-Croatian translation of Kafkas The Trial, Kafka and his work became very popular in Yugoslavia. An analysis of the paratexts shows the development of the reception of this book in the Serbo-Croatian language area. The analysis is based in the hypothesis that the translator of T1 produced a very true-to-the original translation in order to reproduce Kafkas style, which until this moment was unknown or less known in Yugoslavia. The translator of T2 seems to present a counterpart to the first source-oriented translation; this statement is based on the assumption that the translator wanted to create a more free translation, whereas the translator of T3 wanted to create a new Serbian version of The Trial. This hypothesis is tested by means of a textual analysis according to the Translation Quality Assessment proposed by Juliane House. The hypothesis confirmed that T2 considerably differs from T1 and T3 which leads to a modified representation of the literary characters.