Titelaufnahme

Titel
"I hate them, Sir : they always give wrong answer!" : Machteinflüsse beim Militärdolmetschen in Afghanistan / vorgelegt von Masomah Regl
Verfasser/ VerfasserinRegl, Masomah
Begutachter / BegutachterinWolf, Michaela
Erschienen2014
Umfang149 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) ; graf. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Afghanistan / Militär / Dolmetscher / Arbeitsbedingungen / Machtstruktur / Online-Publikation / Afghanistan / Militär / Dolmetscher / Arbeitsbedingungen / Machtstruktur / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-77190 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
"I hate them, Sir : they always give wrong answer!" [2.09 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Dolmetschen beim Militär in Afghanistan. Angesichts einiger Medienberichte, die die Leistungen von afghanischen MilitärdolmetscherInnen hinterfragen, war das vorrangige Ziel der Arbeit, die Machteinflüsse auf den Dolmetschprozess zu untersuchen. Ausgehend von der Hypothese, dass zwischen den MilitärdolmetscherInnen und den afghanischen bzw. ausländischen Gesprächsparteien ein starkes Machtgefälle existiert, wird mittels Fragebogen und Einzelinterview erfragt, inwiefern Faktoren wie Alter, Position oder ethnische Zugehörigkeit der KommunikationspartnerInnen zu unterschiedlichen Dolmetschergebnissen führen können. Außerdem wird davon ausgegangen, dass afghanische MilitärdolmetscherInnen keine oder eine unzureichende fachliche Ausbildung erhalten und sie sich der Machteinflüsse, die auf sie einwirken, nicht oder kaum bewusst sind. Die Ergebnisse zeigen, dass im militärischen Arbeitsfeld die meisten DolmetscherInnen in Afghanistan zwar einen Sprachtest absolvieren müssen, aber dass eine Dolmetschausbildung nicht vorhanden ist. Die obengenannten Faktoren sind für viele afghanische MilitärdolmetscherInnen signifikante Kriterien für die Manipulation von Aussagen: Häufig stufen sie die Worte eines ausländischen Militärangehörigen als kulturwidrig oder die Worte einer afghanischen Person als unerwünscht ein und ändern sie deshalb in der Dolmetschung. Fehlende Kenntnisse über Dolmetschstrategien sind ebenso ein häufiger Grund für Abänderungen in der Dolmetschung. Die Antworten der afghanischen MilitärdolmetscherInnen gehen jedoch über die genannten Hypothesen hinaus und stellen die Gefahr, in die sie ihr Einsatz als DolmetscherIn für ausländische Truppen bringt, sowie die widrigen Arbeitsbedingungen in den Vordergrund. Bemängelt werden hauptsächlich die geringe Bezahlung, mangelnder Respekt von den ausländischen ArbeitskollegInnen und eine unsichere Zukunft nach dem Abzug der internationalen Truppen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the issues of interpreting for the army. In light of several media reports in which the performance of Afghan military interpreters has been severely criticized, the thesis aims at investigating power influences during the interpreting process. It is based on the assumption that significant power imbalances exist between the military interpreter and the Afghan and/or foreign communication partner. It is also assumed that Afghan military interpreters do not receive any or poor professional training and that they are hardly aware of the power influences that affect them. Questionnaires as well as a qualitative interview were conducted in order to inquire to what extent the interpreting performance in this interpreting field is influenced by factors such as age, position or ethnic background of the communication partners. The results show that most of the interpreters do have to pass a language test in the military work area, but most of them totally lack a professional training. The factors mentioned above represent significant causes for the manipulation of interpreted statements: Interpreters tend to alter the words of foreign military persons due to cultural inadequacy and the words of interrogated Afghans due to undesirable information. Lacking interpreting strategies result to be another important reason for the manipulation of statements. However, the answers of military interpreters within the scope of the investigation go far beyond the initial assumptions. They draw the attention to the high risks that their job brings about as well as to unfavorable working conditions. Low pay, a lack of respect from the foreign colleagues and an unsecure future after the withdrawal of international troops are among the strongest criticisms.