Titelaufnahme

Titel
Ist Kims Physikalismus Physikalismus? / vorgelegt von Melanie Deisinger
Verfasser/ VerfasserinDeisinger, Melanie
Begutachter / BegutachterinDavid, Marian
Erschienen2014
Umfang101 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Kim, Jaegwon / Physikalismus / Kim, Jaegwon / Physikalismus / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-76919 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Ist Kims Physikalismus Physikalismus? [1.13 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit befasst sich mit der Position in der Philosophie des Geistes, die Jaegwon Kim in seinem bisher letzten Buch Physicalism, or Something Near Enough (2005) einnimmt. Kim argumentiert, dass anti-reduktionistische Positionen nicht die kausale Wirksamkeit des Mentalen zulassen und zugleich den Anforderungen des Physikalismus gerecht werden können. Er meint dagegen eine Position anbieten zu können, die durch funktionale Reduktion die kausale Wirksamkeit der meisten mentalen Eigenschaften bewahrt und somit dem Physikalismus nahe genug kommt, um diesen Namen zu verdienen. Einzig phänomenale Eigenschaften, die Qualia, würden sich so einer Reduktion entziehen. Für Kim ist ein radikaler Eigenschaftsdualismus (ED), nach dem mentale Eigenschaften von physikalischen gänzlich unabhängig sind, keine Option, weil damit das „Pairing Problem“ unlösbar werde. Eine moderatere Form des ED, den nicht-reduktiven Physikalismus (NRP), die These, dass mentale Eigenschaften zwar nicht reduzierbar sind auf physikalische Eigenschaften, aber auf diesen supervenieren, meint Kim durch das Supervenienzargument (SA) zu widerlegen. Vertreter des NRP verteidigen sich gegen Kims Kritik. Für viele funktioniert das SA nicht so wie Kim denkt: Das sogenannte Ausschlussprinzip muss aufgegeben werden, nicht die Irreduzibilität des Mentalen. Sie meinen, dass Kim weder ein überzeugendes Argument gegen die Möglichkeit der Überdetermination liefert, noch das Generalisierungsargument hinreichend entkräften kann. Dem stimme ich zu. Ich argumentiere, dass Kim bei seiner Verteidigung in Widersprüche mit seiner Gesamtposition gerät. Um diese zu vermeiden, muss er akzeptieren, dass sein Physikalismus einen allumfassenden Makroepiphänomenalismus zur Folge hat und keine befriedigende Antwort auf das Problem der mentalen Verursachung sein kann.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis is focused on the position in the philosophy of mind that Jaegwon Kim advances in his most recent book Physicalism, or Something Near Enough (2005). Kim argues that non-reductive positions cannot allow for the causal efficacy of the mental while doing justice to the requirements of physicalism. He holds that the causal efficacy for the most mental properties can be saved through functional reduction, and he maintains that the resulting position is close enough to physicalism to deserve this label, although phenomenal properties, so-called qualia, cannot be functionally reduced. A radical form of property dualism, on which mental properties are quite independent from physical properties, is not an option for Kim, because it is unable to solve the “pairing problem”. Moreover, Kim maintains that even a moderate form of property dualism is untenable, namely, non-reductive physicalism, according to which mental properties are not reducible to, but supervene upon, physical properties. He tries to show this with his Supervenience Argument (SA). Non-reductive physicalists defend their position against Kims argument. According to some, the SA does not work the way Kim assumes: it is the so-called Exclusion Principle, rather than the irreducibility of the mental, that ought to be rejected. They charge that Kim fails to provide a convincing argument against the possibility of overdetermination and does not rebut the Generalization Argument. I agree with these objections. I argue that Kims defenses against them do not cohere with his overall position. To avoid this consequence, Kim has to accept that his physicalism results in an all-encompassing epiphenomenalism on the macro-level. Therefore, Kims position does not provide a sufficient answer to the problem of mental causation.