Titelaufnahme

Titel
Der Obligativ im Türkischen und Deutschen : eine kontrastive Studie / vorgelegt von Alexander Just
Verfasser/ VerfasserinJust, Alexander
Begutachter / BegutachterinVollmann, Ralf
Erschienen2014
Umfang112 S. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Türkisch / Deutsch / Modalität <Linguistik> / Türkisch / Deutsch / Modalität <Linguistik> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-76619 Persistent Identifier (URN)
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Der Obligativ im Türkischen und Deutschen [0.46 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund. Wie drückt sich der Obligativ (vgl. Denning 1987: 45-55) in den beiden genetisch nicht verwandten Sprachen Deutsch und Türkisch aus? Welches Paradigma deontischer Modalität ergibt sich für das Deutsche und das Türkische und wie sehen die Querverbindungen aus? Material und Methode. Die Masken wurden anhand von Buscha et al. (1971: 38;40) und Ersen-Rasch (2001: 173-174) erstellt: Die erste Maske (der erste Fragebogen) enthält ein Autoritätsverhältnis (Aufträge einer Mutter für Geburtstagsparty), der zweite Fragebogen enthält 15 Fragestellungen, denen drei Masken zugrunde liegen, nach dem Modell von Ersen-Rasch (2001): "äußerer Zwang", "innerer Zwang" und "allgemeine Notwendigkeit". Hier ist das Autoritätsverhältnis ausgeglichen. Die Daten wurden mittels Tonaufnahmen mit jeweils 9 InformantInnen aus Österreich und der Türkei erhoben. Analyse. Die im Datenkorpus gewonnen Obligativformen wurden zuerst sprachintern und dann sprachübergreifend nach InformantIn, Form und Formengruppen und Quantität analysiert. Ergebnisse. Der "innere Zwang" als modale Kraft ist im Türkischen nicht repräsentiert, aber "innere Verpflichtung" kommt als modale Kraft vor. "Sollen" im Indikativ Präsens und Konjunktiv Präteritum unterscheiden sich hinsichtlich des Merkmals "Autorität". Besteht ein Autoritätsverhältnis zwischen Sprecher und Adressaten, wird der Indikativ Präsens verwendet, ist das Autoritätsverhältnis ausgeglichen, wird der Konjunktiv Präteritum gewählt. Beiden Formen entspricht im Türkischen der Nezessitativ und es handelt sich um schwache Obligation. "Müssen" im Indikativ Präsens, das im Deutschen die stärkere Form des Obligativs repräsentiert, stehen im Türkischen drei Grundformen gegenüber: zum einen das stark obligative "zorunda", das einen Zwang ausdrückt, und andererseits die beiden mittelstark obligativen Formen "gerekmek" im Präsens und "lazım", die Notwendigkeit ausdrücken.

Zusammenfassung (Englisch)

Background. How is the obligative (cf. Denning 1987: 45-55) expressed in the genetically unrelated languages of German and Turkish? Which paradigm of deontic modality is rendered for German, which one is rendered for Turkish, and what kinds of relations exist? Materials and Methods. The masks were developed based on the work of Buscha et al. (1971: 38,40) and Ersen-Rasch (2001: 173-174). The first mask (the first questionnaire) contains an authoritative relationship (a birthday party ordered by a mother); the second questionnaire contains 15 questions based on 3 masks derived from Ersen-Raschs (2001) model: “external compulsion,” “internal compulsion,” and “general necessity.” The relationship of authority is balanced here. The data were collected using audio recordings of the utterances of 9 informants from Austria and Turkey. Analysis. The obligative forms gathered in the data corpus were first analyzed within each individual language and then across the languages according to informants, forms and form groups and quantity. Results. In Turkish, “internal compulsion” is not represented as a modal force. However, “internal obligation” does occur as a modal force. Forms of “sollen” in the indicative present and subjunctive preterit differ with regard to the feature of authority. If there is a relationship of authority between the speaker and the person being addressed, indicative present is used. However, if the relationship of authority is balanced, the subjunctive preterit is selected. In Turkish, both forms correspond to the necessitative and denote a weak obligation.Forms of “müssen” in the indicative present, which represent the stronger obligative in German, correspond to three basic forms in Turkish: not only the strong obligative form “zorunda,” which conveys compulsion, but also the other medium-strength obligative forms of “gerekmek” in the present and “lazım,” which express necessity.