Titelaufnahme

Titel
Der moderate Intuitionismus und die Kantische Moralphilosophie : über die Möglichkeit einer Verbindung / vorgelegt von Markus Seethaler
Verfasser/ VerfasserinSeethaler, Markus
Begutachter / BegutachterinRinofner, Sonja
Erschienen2014
Umfang101 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.)
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Zsfassungen in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Intuitionismus / Ethik / Intuitionismus / Ethik / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-76563 Persistent Identifier (URN)
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Der moderate Intuitionismus und die Kantische Moralphilosophie [0.52 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem moderaten ethischen Intuitionismus und der Kantischen Ethik. Durch die Auseinandersetzung mit diesen beiden ethischen Systemen soll geklärt werden, ob die Möglichkeit besteht, sie zu einer umfassenden und unserer moralischen Praxis angemessenen Theorie zu verbinden. In Beantwortung dieser Frage wird zunächst erläutert, dass sowohl der Intuitionismus als auch die Moralphilosophie Kants eine hohe Relevanz für aktuelle ethische Debatten aufweisen. Die Möglichkeit einer Verbindung wird erörtert anhand des „Kantian Intuitionism“ von Robert Audi, der prima facie Pflichten von W.D. Ross über den kategorischen Imperativ systematisieren möchte, und eines Versuchs von Dieter Schönecker, der über seine Interpretation des Faktums der Vernunft nachzuweisen versucht, dass Kant das moralische Gesetz über eine Intuition rechtfertigt. Im Zuge der Beschäftigung mit Audi zeigt sich, dass eine Verbindung beider Strömungen an dem grundsätzlichen Problem scheitert, dass ein ethischer Intuitionismus als vollumfängliches moralisches System zumeist mit einem Prinzipienpluralismus einhergeht, wodurch schon im Ansatz eine Diskrepanz zu Kants Philosophie, die als paradigmatisches Beispiel eines Prinzipienmonismus gilt, besteht. Auch der Ansatz, Kant als Intuitionisten zu interpretieren, scheitert, wenn man seine Darstellung des Faktums der Vernunft ernst nimmt und der Kritik, Kant hätte im Faktum eine Deduktion des moralischen Gesetzes zugunsten eines Dogmatismus aufgegeben, zu entgehen beabsichtigt. Obwohl die Frage nach der Möglichkeit einer Verbindung verneint werden muss, zeigt sich, dass die Kantische Ethik selbst Raum für Intuitionen lässt; einerseits in unserem ursprünglichen Zugang zur Moral und andererseits in der Praxis des moralischen Urteilens.

Zusammenfassung (Englisch)

This diploma thesis is concerned with moderate ethical intuitionism and Kantian ethics. The question to be addressed is whether it is possible to combine both ethical systems in order to obtain a comprehensive theory which corresponds with our moral practice. In the quest for an answer first it is elucidated that Kantianism as well as intuitionism are very relevant theories for current ethical debates. The possibility of a combination is elaborated by reference to Robert Audi's Kantian Intuitionism that tries to systematize Ross' prima facie duties by means of the categorical imperative and to Dieter Schönecker's attempt to show, based on his interpretation of the fact of reason, that Kant justifies the moral law by an intuition. In the course of studying Audi it has become apparent that a combination of both theories fails because of the basic problem that an ethical intuitionism as a complex moral system usually involves a pluralism of first principles which causes discrepancy from Kant's philosophy, which is considered to be a paradigmatic example of a monism of principles, from the very beginning. Also the approach to call Kant an intuitionist fails if his characterization of the fact of reason is taken into account and if it is intended to avoid the criticism accusing Kant to have thereby abandoned a deduction of the moral law in favour of a dogmatism. Although the attempt of a combination is not successful, Kantian ethics provides scope for intuitions in our initial access to ethics on the one hand and in the practice of moral judgement on the other hand.