Titelaufnahme

Titel
Variabilität von Sprichwörtern im Russischen / vorgelegt von Michael Stuhlpfarrer
Verfasser/ VerfasserinStuhlpfarrer, Michael
Begutachter / BegutachterinGrzybek, Peter
Erschienen2014
Umfang99 Bl. : Zsfassungen (2 Bl.) + 1 CD-ROM ; graf. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2014
Anmerkung
Text überw. in dt. und teilw. in russ.
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Russisch / Sprichwort / Russisch / Sprichwort / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-76523 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Variabilität von Sprichwörtern im Russischen [0.53 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem in der Parömiologie bisher noch weitgehend unerforschten Phänomen der Variabilität von Sprichwörtern. Zum einen wird der bisherige Forschungsstand zu dieser Erscheinung zusammengefasst, der der üblichen Vorstellung von Sprichwörtern als satzwertigen Aussagen, die in einer unveränderlichen Form verbreitet sind, widerspricht und belegt, dass sie stattdessen in den meisten Fällen eine Vielzahl an unterschiedlichen Varianten aufweisen. Dabei werden auch theoretische Ansätze in der Parömiologie vorgestellt, die das Phänomen der Variabilität berücksichtigen. Zum anderen wird eine parömiologische Studie von Peter Grzybek aus dem Jahr 1996 ausgewertet, bei dem im Verfahren der Teiltextpräsentation (TTP) 49 russische Sprichwörter von 47 in St. Petersburg ansässigen InformantInnen vervollständigt wurden. Die dadurch gewonnenen Daten bestätigen die in anderen Sprachen gemachten Beobachtungen über das Ausmaß der Variabilität von Parömien und die besonders hohe Anzahl von Varianten, zwischen denen nur eine geringe textuelle Distanz besteht. Des Weiteren wird das Modell der Zipf-Alekseev-Funktion an die beobachteten Häufigkeitsverteilungen der Sprichwortvarianten angepasst, um die Hypothese zu testen, dass die Verteilung der Varianten dem Diversifikationsgesetz folgt, demnach das Phänomen der Variabilität von Parömien das Resultat konkurrierender Diversifikations- und Unifikationsprozesse ist, unter denen erstere neue Formen hervorbringen, während letztere zur Herausbildung eines Standards führen und gleichzeitig redundante Varianten aus dem Sprachsystem eliminieren.

Zusammenfassung (Englisch)

The variability of proverbs is a phenomenon largely neglected in contemporary paremiology with little research being done on it. The present thesis therefore aims to give a survey of the state of science concerning this topic. Several empirical studies prove most proverbs to show a wide range of different variants, thus contradicting the widespread concept of the proverb as a sentence that is generally known in a fixed, invariable form. Furthermore theoretical approaches in paremiology that consider the possibility of variation in proverbs are introduced. The second part of this thesis is made up of the presentation and the subsequent analysis of a paremiological study by Peter Grzybek, during which 47 inhabitants of Saint Petersburg were asked to complete 49 Russian proverbs in a questionnaire. It was conducted in 1996, applying a method known as partial text presentation (PTP). The findings of this study are consistent with previous observations based on data from other languages, indicating the significance of the phenomenon of proverbial variability and showing a particularly large number of variants that display merely a marginal degree of textual distance. Furthermore the Zipf-Alekseev function, which has repeatedly been proved to be suitable for modeling diversification in language, is fitted to the observed frequency distributions of proverbial variants to test the hypothesis that variants are distributed according to the law of diversification, according to which the phenomenon of proverbial variability is the result of competing diversifying and unifying processes, the former of which create new forms whereas the latter establish a norm while eliminating redundant variants.